womophil

Strandaussicht statt Gangaufsicht

23. September 2015 von sissy | 7 Kommentare

Bäumelabyrinth

Wir stehen seit Sonntag auf dem Campingplatz „Baia Blu La Tortuga“. Ein schönes, großes Gelände mit windigen Stellplätzen am Meer oder geschützten im Pinienwald. Wir haben uns für den Pinienwald entschieden, was sich beim Einparken als wahrer Slalom für das Womo entpuppte. Hier gilt wie beim Skifahren: Eingefädelt, aus der Traum! Die Bäume sind für Autos oder Vans gepflanzt und nicht für Brummer mit 7 m Länge und 2,6 m Breite (Spiegeln!). Kommentar einer vorbeigehenden Dame: „Da kommt der aber nisch durch!“ Nach 30 Minuten und stinkender Kupplung steht das Womo jetzt da, wo wir es wollten. Dass Rudi schon vorm Ausparken graut, sei nur nebenbei erwähnt.

eingeparktes Womo

Jeden Abend zirpen die Grillen in einer Lautstärke und Frequenz, die laut Rudi frappante Ähnlichkeit mit dem Feueralarm in der Schule hat. Apropos Grillen und Feueralarm: Gestern Mittag hätten wir beim Grillen bald einen solchen ausgelöst. Es hat so gestunken und geraucht, aber wer konnte schon wissen, dass die Hühnerkeule von einem fetten sardischen Suppenhuhn stammte, die eigentlich nur wegen der Größe in unserem Einkaufskorb gelandet war? 🙂

Warum in Italien Männer nicht abwaschen, haben wir in der Zwischenzeit geklärt. Andere Länder – andere Größen?

Rudi

Das Meer an der Westküste ist wild und ungestüm. Es macht Spaß, sich von den Wellen an Land spülen zu lassen. Während das Meer an der Ostküste nur leicht rauschte, tosen und branden die Wellen hier an den Strand.

Strand

Sandstrand

Kite-Eldorado

Traumstrand

Torre

Traumstrand

Panoramastrand

Heute ist der Himmel bedeckt. Wir haben den Vormittag noch mit einem ausgedehnten Strandspaziergang genossen, während es jetzt leicht zu nieseln beginnt. Wer mich kennt weiß: Lieber Pausenratscher als langer Strandhatscher!

Sant Stefano

Brandung

Spaziergang

Adiosu,

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Von Cannigione bärig nach Vignola Mare

22. September 2015 von sissy | 3 Kommentare

Am frühen Sonntagvormittag haben wir unseren schönen Stellplatz zwischen einem jungen schweizer Pärchen mit Tochter und einem ganz netten Ehepaar aus der Münchner Gegend verlassen. Alois und Johanna, es war besonders nett neben euch zu stehen. Als wir das erste Mal eure Zwei-Takt Yamaha vernahmen, wussten wir, warum du dich nach der Mittagsruhe auf dem Platz erkundigt hattest. Alois, deine 175er Yamaha blechert phänomenal! Also ehrlich gesagt, ich hätte auch gerne eine Runde damit gedreht!

Unser erstes Ziel war das Capo d’Orso. Die äußerst bizarr verwitterten Granitfelsen sind typisch für die Gallura.

Tafoni Verwitterung

Oben auf dem Berg thront, schon aus einiger Entfernung sichtbar, ein von Wind und Wetter aus Fels geformter Bär. Ein gut ausgebauter Fußweg führt hinauf, vorbei an Informationstafeln über Flora und Fauna – leider nicht auf Deutsch. Oben bietet sich ein Panorama, das mindestens so faszinierend ist wie der Bär. Aufgrund seiner  Höhe ist er leider nicht als Ganzes zu sehen. Er erscheint für mich eher wie ein Elefant, wenn ihm aus der eingeschränkten Perspektive der Kopf fehlt. Wie lange wird dieser durchlöcherte Fels (Tafoni-Verwitterung = Durchlöcherung von innen nach außen) noch halten??? Ich traute der Sache nicht ganz. Wie viele Hohlräume tun sich da im Inneren schon auf? Selbst Homer soll seinen Helden Odysseus auf dessen sagenhafter Reise durchs Mittelmeer hier vorbeigeführt haben. Macht die Sache auch nicht besser! Die Aussicht auf die Inselwelt des Maddalena-Archipels und über das Meer bis nach Korsika ist unbeschreiblich!

Capo d'Orso

Bärenkopf

Capo d'orso

Panorma vom Capo d'orso

panorama

Unsere Fahrt führte uns wieder Richtung Arzachena, um ein bisschen mehr von den Nuraghern (1800 – 500 v. Chr.) zu erfahren. Wenig ist bisher von diesem geheimnisvollen Volk bekannt. Es ist selbst umstritten, ob es einwanderte oder sich aus der damaligen sardischen Bevölkerung entwickelte. Ihren Namen erhielt diese Kultur nach ihren berühmtesten Bauwerken, gewaltigen Steintürmen, den Nuraghen, die es nur auf Sardinien gibt. Dass diese Türme doppelwandig gebaut sind, um Platz für eine Stiege zu erhalten, vermutet man von außen keineswegs.  Die Nuraghen dienten nicht so sehr der Verteidigung gegen fremde Eroberer sondern eher der Abwehr feindlich gesinnter Nachbarn! Weitere Bauwerke der Nuragher sind die Gigantengräber.

Nuragher

Nuraghier Turm

Gigantengräber

Gigantengräber

In Santa Teresa Gallura waren wir leider nicht willkommen. Die Stadt ist gepflastert mit „Wohnmobile verboten“ Schildern. Während der Hauptsaison wahrscheinlich wirklich eine Plage!

Also, ab in Richtung nächster Campingplatz, vorbei an wunderschönen Sandstränden, fleißig genutzt von Womofahrern, die gerne wild stehen.

küste

Genug der Besichtigungen, morgen gibt es Meer, Meer und noch mehr Meer,

adiosu,

die Womophilen

 

 

Der Sommer geht in die Verlängerung! Sardinien, „Welt im Kleinen“

19. September 2015 von sissy | 6 Kommentare

Blick vom Womo

Laut einer Legende hatte Gott nach der Erschaffung der Welt nur noch wenige Granitbrocken über. Er warf diese in das Mittelmeer und trat kräftig darauf. Die alten Griechen nannten Sardinien deshalb „Schuhsohle“. Außerdem nahm er auch noch von allen vorher geschaffenen Kontinenten etwas weg. Eine Insel der Felsen mit herrlichen Grotten und Quellen, die aber auch Palmen, riesige Oleanderbüsche, wunderschöne Kastanien- und Korkeichenwälder beheimatet, von feinsandigen, kilometerlangen Stränden umsäumt ist, war geboren. Wir freuen uns schon darauf, das alles zu erkunden.

Campingplatz Bucht

Am Dienstag, 15. September landeten wir am Golfo Aranci. Auf der Fähre haben wir uns einen Campingplatz ausgesucht: Isuledda Camping in Cannigione di Arzachena. Vorbei an der Welt der Schönen und Reichen, Porto Cervo (ja hallo, sollten wir da vielleicht doch hin?) und Porto Rotondo ging es Richtung Nordosten. In Porto Rotondo steht Sardiniens berühmtestes Ferienhaus zum Verkauf. 500 Mio € soll die Villa Certosa kosten, die dem Multimilliardär Silvio B. gehört, 40 Hektar Land, fast so groß wie der Vatikan, als kleinster Staat der Welt.

15 ha groß ist der prächtige Campingplatz hier und bietet mehr als 960 Stellplätze und fast 400 Miethütten/häuser. Dank Nachsaison ist es hier völlig ruhig und entspannt. Wir stehen direkt am Meer mit eigener Badebucht. Der Campingplatz liegt auf einer Landzunge, hat terrassenförmig angelegte, wunderschöne Stellplätze mit vielen kleineren und größeren Buchten und Sandstränden, die oft nur vom jeweiligen Stellplatz aus begehbar sind. Hier lässt es sich aushalten! Schon bald in der Früh genieße ich das Rauschen des Meeres und den langsam beginnenden Tag vor dem Womo. Rudi holt mit dem Rad frisches Gebäck und ich koche Kaffee. Unser Leben spielt sich fast nur draußen ab. Gekocht wird im Freien, gegessen sowieso! Ich hoffe, dass die Temperaturen noch länger anhalten!

Frühstück

Auch Camping ist Veränderung! Es gibt hier sowohl schön ausgestattete und gut gepflegte Waschhäuser, in denen man Seite an Seite mit anderen Zähne putzt, als auch Luxuswaschhäuser, in denen jeder einen versperrbaren Bereich mit Waschbecken, Dusche und WC hat.

Kleine Sandbucht

Gleich neben uns

Größere Bucht

Surfparadies

Vor der Abfahrt hat Rudi noch die ACSI-Campingcard besorgt, mit der es Ermäßigungen in der Nebensaison für zwei Erwachsene gibt. Unser Stellplatz in der ersten Reihe kostet in der Hochsaison 60 €/Tag, jetzt 26 € und mit der Card 18 €.

Morgen verlassen wir dieses schöne Plätzchen und freuen uns auf einige Besichtigungen,

 

Adiosu,

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Es lebe der Sport! Von Bologna über San Gimignano nach Livorno

17. September 2015 von sissy | 2 Kommentare

Schon lange haben wir uns vorgenommen, einmal in Bologna Halt zu machen. Am Samstag, 13. September war es soweit. Witzig, wir sind am Entschleunigen und überall wird beschleunigt. Zuerst der Dolomitenman, dann der Drei-Zinnen-Lauf und in Bologna Marathon! Ein Großaufgebot an Sportlern und Zusehern. Mit Blick auf die Läufer gab es zuerst einmal ein lecker italienisches Frühstück. Die Universitätsstadt wird als „La Dotta“, die Gelehrte bezeichnet, an der Universität studieren etwa 100 000 Studenten!

Marathon in Bologna

Es war wunderschön, am Sonntag durch die Stadt zu lauben. 40 km Fußgängerpassagen (wär doch fast was für den Marathon!), die rege genutzt wurden, weil es immer wieder regnete. Im Mittelalter gab es ein Gesetz, das diese Bauweise vorschrieb, um Wohnraum für die expandierende Stadt zu schaffen. Es ist eine Freude in den Bars und Cafes zu sitzen und die nächsten Tage zu planen. So sieht das aus, wenn man bei Zanarini ein Bier bestellt:

bier

Im Mittelalter gab es in Bologna bis zu 100 Türme, die zum Teil auch als Wohntürme genutzt wurden. Es existieren noch 17. Der schiefe Turm Garisenda sieht echt beeindruckend aus, leider war rundherum Baustelle und der von 60 m auf 48 m reduzierte Turm wollte sich nicht fotografieren lassen, egal welche Lage der Fotograf einnahm.

Am Flohmarkt wäre ich auch fündig geworden, aber unpraktisch, jetzt schon etwas mitzuschleppen!

Flohmarkt

Montag, den 14. September habe ich einfach total genossen, immer im Hinterkopf, dass mein Sabbatical beginnt! Ein unbeschreibliches Gefühl, schätzungsweise 100x „give me five“ mit Rudi, Gespräche darüber, welche Glückskinder wir sind und dazu noch die Fahrt in die Toskana nach San Gimignano. Unser letzter Besuch dort war mit euch, liebe Hasis & Köckis! Unsere Wahl,  damals zu Ostern zu fahren war sehr weise, der Andrang am Montag war kaum auszuhalten. Wir richteten einfach unseren Blick auf die vielen Türme, schönen Häuser und die Landschaft!

San Gimigniano

 

Dan Gimignano

 

San Gimignano

Toskana

Am Abend erreichten wir Livorno und suchten uns im Hafen ein Plätzchen zum Übernachten. Wie hat es da im Sommer ausgesehen? Gerade noch haben wir einen offiziellen Stellplatz ergattert, die später Kommenden mussten schon auf Fahrspuren parken! Nach 10 Uhr ist Rudi noch zum Friseur gegangen, der Friseur musste erst aus der Bar geholt werden. Keine falschen Schlüsse ziehen, der Schnitt ist perfekt.  Es war eine unruhige Nacht, Schiffsmotoren, Autos, grelles Licht. Ab 5 Uhr war sowieso nicht mehr an Schlafen zu denken. Für uns immer wieder faszinierend, wenn diese Riesen anlegen, Autos, Womos und LKWs ausspucken und  neu verladen. Wir gingen mit den Ersten an Bord und konnten uns ein gemütliches Plätzchen an Deck sichern. Sieben Stunden Überfahrt, in der Zeit wirst du nächste Woche wieder nach Amerika reisen, liebe Eva-Marie!

Kreuzfahrtschiff

 

Luke öffnet sich

 

Livorno

 

Abfahrt Livorno

 

Sardinien in Sicht

Bis bald, in Sardinien

die Womophilen

Auf die Plätze, fertig, Blog!? Über den Großglockner nach Bologna

16. September 2015 von sissy | 5 Kommentare

 

Laut meinem Buch „WordPress für Dummies“ von Lisa Sabin-Wilson erfüllt man die Voraussetzungen um einen Blog zu betreiben, wenn man weiß, dass Kaffee über die Tastatur zu schütten gar keine gute Idee ist. Na, dann los! Soll ich euch verraten, dass es länger als eine halbe Stunde gedauert hat, bis ich jetzt endlich das Bild an der Stelle hatte? Es wird hier sicher noch länger wie auf einer Baustelle sein, aber wenn ich darauf warte, bis ich es beherrsche, ist unsere Reise schon zu Ende! Kommentar von Rudi: „Die hätte noch eine extra Ausgabe, WordPress für Sissy, schreiben sollen!“

Wir haben uns vorgenommen, „SLOW“ zu reisen. Keine Autobahnen, bleiben, wo es uns gefällt – so lange, bis es Zeit ist, Neues zu erkunden.

Wir sind am Freitag, 11. September 2015,  gegen Mittag losgefahren. Und das gleich auf uns zum Teil unbekannten Wegen. Schneitzlreith? Noch nie gesehen, landschaftlich richtig lieblich! Vorher haben wir Norberts Geheimtipp, den Fabrikverkauf der Firma Reber in Bad Reichenhall besucht und uns mit Gutigkeiten schokoladiger Natur eingedeckt.

Highlight des Tages war die Großglockner Hochalpenstraße. Österreich, wie schön bist du!! Ulli, Fritz, Kurt?, Erwin, wie kann man da bloß mit dem Rad hinauftreten? Sieht man da noch etwas von der grandiosen Bergwelt rundherum? Oder ist man da nur mit Schnaufen und Schwitzen beschäftigt? Ich bewundere euch!!!! Also, ich könnte mir diese Panoramastrecke gut auf einem Motorrad (nächster Traum?, Führerschein ruht seit 37 Jahren!)vorstellen. Lisi, wir beide wären ein gutes Gespann! Diese schöne Kulisse für ein Hochzeitsshooting zu verwenden, gefällt mir auch. Im idyllischen Heiligenblut haben wir uns nicht lange aufgehalten, wir sind gleich weiter zu unserer Nächtigungsstelle Camping Lindlerhof in Mörtschach.  Vorgeschmack auf das Campen im Herbst: Es ist so kalt gewesen, dass unsere Windschutzscheibe nach dieser Nacht literweise beschlagen war.  Der Campingplatzchef ist „Mann für alles“: Platzwart, Koch/Kellner und vor allem Bauer …..frühmorgens bei unserer Abfahrt sahen wir ihn im Rückspiegel melkend unter einer Kuh herauswinken.

Hochzeitsshooting

 

 

Am Samstag, 12. September, ging es über Sillian (wo wir ausgezeichnet gefrühstückt haben), Innichen, Sexten (Hier befindet sich einer der besten Campingplätze Italiens mit Blick auf die Drei Zinnen), Passo Sant Antonio (Um ihn mit Genuss zu fahren, hatten wir leider zwei Räder zu viel!! Von den Bremsen heiß, rochen wir den Schweiß!) nach Auronzo di Cadore. Rudis Bergsteigerherz quoll schier über! Auf endlosen Bundesstraßen womophilten wir entschleunigt über Padua Bologna entgegen. Entlang der trägen Brenta genossen wir den Blick auf so manche wunderschöne Villa und schon war ein neues Reiseziel geboren: Die Villen am Brentakanal.

Dolomiten

Bis bald, in Bologna!

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