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Von Tanger in die Hauptstadt Rabat

29. Februar 2016 von sissy | 1 Kommentar

Die Nacht von Mittwoch, 17. Februar auf Donnerstag, 18. Februar verbrachten wir gleich nach dem Zoll auf einem gut beleuchteten Parkplatz, auf dem es sich schon einige Womos eingerichtet hatten.

Es war schon sehr spät bis wir endlich den Zoll passieren konnten, viele mussten ihre gut verzurrten Aufbauten und Anhänger öffnen.

Doris und Thomas, ein Paar, das wir am Schiff kennengelernt hatten, erzählte uns, dass die Zöllner unter dem folienverschweißten Dachkrempel neben einer Waschmaschine ein total zerlegtes Motorrad gefunden hatten.

Unser erstes Ziel an der nördlichen Atlantikküste war Asilah, ein sehr schön gelegener Fischerort. Asilah war karthagische, später römische Siedlung. Danach wurde es von den Portugiesen erobert, war kurz spanisch, dann wieder arabisch. 1829 wurde der Seeräuberstützpunkt von österreichischen Schiffen beschossen.

Wir machten einen Rundgang durch die Medina um erste afrikanische Eindrücke zu gewinnen.

Asilah

Asilah

Künstlerstadt Asilah

Künstlerstadt Asilah

Muslimischer Friedhof....

Muslimischer Friedhof….

...... mitunter der Brandung ausgesetzt

…… mitunter der Brandung ausgesetzt

Um einen guten Ausgangspunkt für Rabat zu haben, fuhren wir zum Übernachten noch bis zum Campingplatz „La Chenaie“ in Kenitra. Kenitra ist eine Industriemetropole, in Erinnerung werden uns die vielen Störche bleiben.

Am Freitag, 19. Februar sind wir schon bald nach Rabat aufgebrochen, das mit seiner Schwesterstadt Salé an der Mündung des Bou Regreg in den Atlantik liegt. Unser Womo haben wir am bewachten Parkplatz „Marina Bou Regreg“ unterhalb der Altstadtmauer abgestellt. Man könnte hier auch übernachten.

Rabat

Parkplatz Rabat

Wir genossen einen geführten Rundgang durch die „Kasbah des Oudaia“, einer Festungsanlage mit einem gewaltigen Haupttor, dem Bab des Oudaia. Von außen wirkt die Festung eher unscheinbar, in ihrem Inneren mit ihren reich verzierten Türen und vielen Blumenkübeln sehr idyllisch. Die Gebäudemauern sind im unteren Teil blau, im oberen weiß getüncht. Angeblich hält die blaue Farbe die Insekten ab. Durch einen prachtvollen Garten kommt man in ein Terrassencafé mit einem herrlichen Blick über die Stadt.

Verwinkelte, schmale Gassen durchziehen die Festungsanlage.

Kasbah de Oudaia

Kasbah de Oudaia

Kasbah de Oudaia

Kasbah de Oudaia

Kasbah de Oudaia

Blick auf die Bautätigkeit in der Schwesterstadt Salé

Blick auf die Bautätigkeit in der Schwesterstadt Salé

Kasbah des Oudaia

Blick in den andalusischen Garten

Blick in den andalusischen Garten

Tor "Bab des Oudaia"

Tor „Bab des Oudaia“

Wir spazierten durch die übersichtliche Medina Rabats und staunten über das Angebot an Gewürzen, Obst und Gemüse, Lederartikeln und Teppichen. Wir schauten ein paar Handwerkern in ihren Werkstätten zu. Es blieb nicht beim Staunen, Rudi kaufte sich eine Tasche und ich mir einen tollen grauen Pouf, den ich zuerst für ein großes rundes Behältnis hielt, so zusammengeklappt, wie er dagelegen war.

Rabats Medina

Medina Rabat

Medina Rabat

Salam,

die Womophilen

MAROKKO – von zuhause bis Tanger-Med

25. Februar 2016 von sissy | 4 Kommentare

Am Sonntag, 14. Februar 2016 frühstückten wir ganz gemütlich mit Gabi und Julian beim Müschi.

Um 11.45 starteten wir unsere Tour mit dem Ziel Marokko. Lange haben wir hin und her überlegt, sollen wir, sollen wir nicht. Ja, wir sollen!

Zeitweise regnete es in Strömen, trotzdem schafften wir es bis Genua und erreichten um 21.15 den ganzjährig geöffneten, aber trotzdem geschlossenen Campingplatz „Villadoria“. Dieses italienische (?) Phänomen scheint uns zu verfolgen. (siehe Sardinien, Sizilien)

Wir waren müde, hatten keine Lust mehr, die enge Zufahrtsstraße 200 m verkehrt zurückzufahren und richteten es uns im Womo für die Nacht gemütlich her.

Stellplatz geschlossen

Villadoria Genua

Am Montag suchten wir schon bald in der Früh die Abfahrtsmole für die Fähre nach Marokko. Der Anblick, der bereits auf die Überfahrt wartenden Autos, erfüllte alle Klischees: Alt, verrostet, verbeult, wie sie bei uns sonst nur auf einem Schrottplatz zu sehen sind. Außerdem hoffnungslos überladen mit Dachaufbauten, die an den schiefen Turm von Pisa erinnern. Unter Planen und Silofolien finden sich Dinge, die in unserer kurzlebigen Konsumgesellschaft achtlos entsorgt werden.

Warten auf die Fähre

Wir reihten unser Womo ein und machten uns ans Erkunden Genuas, das wir vorher noch nie besucht hatten. Im Hafen gibt es eines der größten  Aquarien Europas, in dem wir uns ein paar Stunden aufgehalten haben. Eine Pflicht, wenn man mit Kindern unterwegs ist! Philipp, wir haben ein paar Mal an dich gedacht! In mehr als 50 Becken tummeln sich Haie, Delfine, Seehunde, Pinguine, Nemos…….

Aquarium

Aquarium Genua

„La Superba“ – die Stolze – nennen die Italiener Genua. Eine Stadt, in der man leicht Fernweh bekommt, starten hier doch viele Kreuzfahrtschiffe und Fähren.

Eindrucksvolle Palazzi säumen die Einkaufsstraßen und den Hafen.

Palazzo della Nuova Borsa

Palazzo della Nuova Borsa

Palazzo Ducale

Palazzo Ducale

Dom San Lorenzon

Dom San Lorenzo

Fassade in schwarz-weißem Carrara Marmor

Fassade in schwarz-weißem Carrara Marmor

Genua Hafen

Genua

Wegen des zu erwartenden schlechten Wetters legte die Fähre statt um 20.00 Uhr erst um 00.30 ab.

Wir waren überrascht, wie komfortabel Kabinen sind und verbrachten trotz unruhiger See zwei gemütliche Tage an Bord mit einem kurzen Zwischenstopp in Barcelona.

Auf See

Am Mittwoch, 17. Februar, liefen wir mit zwei Stunden Verspätung in den Hafen von Tanger-Med ein.

Welch Überraschung, als wir die Tür zum Parkdeck D öffneten:

Hier ist ja alles voll! Wer schreit denn da so laut? Da stehen ja zwei Autos ineinander verkeilt quer zu allen anderen. Hat da einer vergessen, die Handbremse anzuziehen? Wo steht denn unser Womo? Das müsste viel weiter da hinten sein. Man kommt hier fast nicht durch, so eng stehen die Fahrzeuge. Wie haben die bei dem Seegang gehalten? Da starten schon welche, dabei ist die Luke noch gar nicht offen. Oh mein Gott, so viele offene Motorhauben. Brauchen die alle Starthilfe???? Da ist ja unser Womo. Ich quetsche mich rundherum – alles in Ordnung. Schnell hinein, Tasche verstaut, Navi angesteckt, es kann los gehen. Was ist das? Hinter uns wird mit Getöse und Gestank Druck in einem LKW aufgebaut, dass man meint, da hebt gleich einer ab. Was machen die Männer neben mir? Die verknoten Gurte, Motorhaube noch immer offen. Ist das am Ende der Transporter, der beim Einladen auf der Rampe so viel Öl verloren hat, dass wir erst warten mussten, bis man der Spuren mit einem Sack Spänen Herr wurde? Dann wird der wohl nie mehr anspringen…….Wie originell die den Abschleppgurt jetzt anbringen, steht den wild angeschweißten Querverstrebungen um die Fracht in Zaum zu halten um nichts nach. Links neben uns bewegt sich der Tross bereits. Ahhh Sch…., was war denn das? Da hat jemand unser Womo gerammt. Nichts wie raus! Nein, das kann nicht sein! Wie kann man nur auf die Idee kommen, hier die Spur zu wechseln?? Es kommen doch alle runter. Was ist in die gefahren? So eine Hektik, die drücken aufs Gaspedal, obwohl so viele Autos herumstehen, die nicht anspringen wollen. Schürze ordentlich abgeschürft, Rückfahrscheinwerfer gesprungen…. Da kommt Youssef, dem Himmel sei Dank! Wir haben ihn an Bord kennen gelernt, er hilft beim Dolmetschen und meint, das herzurichten kostet in Marokko vielleicht 30 Euro. ???? Rudi fotografiert das Kennzeichen, verhandelt und macht aus, dass wir alles draußen besprechen. Nein, den kann man doch nicht auslassen! Jetzt – oder Polizei! Unsere Reihe steht noch immer. Ein roter Bedford kommt nicht vom Fleck. Endlich, er wird mit vereinten Kräften zur Seite geschoben. Warum steht hier niemand und dirigiert die sechsspurige Meute in das zweispurige Nadelöhr Ausfahrt?? He, ihr seid doch schon in Marokko und gleich da draußen. Haben die eigentlich einen Führerschein? Da zwängt sich schon wieder einer rein. Und da verschafft sich einer Platz, indem er einen Anhänger touchiert und zur Seite schiebt. Zählen hier Blechschäden nicht?? Jetzt, ….jetzt geht es, wir sind auf der Rampe. Lange hätte ich dieses viele unkontrollierte Testosteron nicht mehr ausgehalten!

Sollen wir wirklich?

Inschallah,

die Womophilen

Warten auf die Fähre

 

19. Februar 2016
von sissy
1 Kommentar

Die Üppigen – im Barockrausch

Wir sind im Paradies – das war der erste Gedanke beim Blick aus dem Womo heute Morgen, – ein wunderschöner Stellplatz inmitten eines subtropischen botanischen Gartens. Überall Palmen, Kakteen, Strelitzien, Frangipani, Bananenstauden, Weihnachtssternbüsche, Malvengewächse, …. die Passion des Cmpingplatzbesitzers. Hier … Weiterlesen