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Durchs Arganland von Agadir nach Tafraoute

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Sehr entspannte Tage verbrachten wir von Mittwoch, 2. März bis Montag, 7. März am Campingplatz „Atlantica d’imourane“,  14 km nördlich von Agadir. Hier hat sich die Infrastruktur total an die vielen europäischen Dauercamper angepasst, die die Wintermonate hier verbringen, inklusive Preisgefüge.

Zum ersten Mal am Atlantik - der Tidenhub ist gewaltig

Zum ersten Mal am Atlantik – der Tidenhub ist gewaltig

Warten auf die Flut

Warten auf die Flut

Agadir ist das bedeutendste marokkanische Badezentrum mit einem mehrere Kilometer langen , feinsandigen Strand und einem Klima mit Sonnengarantie. Für uns war es hier wenig marokkanisch, wir machten einen Badeurlaub mit fischen, sonnen, lesen und ausgedehnten Strandspaziergängen. Fast jeden Tag kam der Fischer auf seinem Rad mit einer kleinen, aber feinen Fischauswahl vorbei. Die Obst- und Gemüsehändler zogen mit ihren Karren durch die asphaltierten Straßen. Schattenspender auf unserem Stellplatz waren die links und rechts von uns stehenden Superliner, die unser Heim fast zum Gesindewomo degradierten.

Am Strand von Agadir

Am Sonntag fährt man mit Opa, Kind & Kegel zum Meer

Am Sonntag fährt man mit Opa, Kind & Kegel ans Meer

Am Strand von Agadir

Am Campingplatz gab es eine Autowaschanlage, einen Künstler, der die Womos bemalte, einen Polsterer und einen Näher für Markisen, Windschutzscheibenabdeckungen und Fahrradhüllen, für alles also, was das Womoherz begehrt.

Marokko - verewigt am Womo

Marokko – verewigt am Womo

Am Montag, 7. März organisierten Youssef und sein Vater, Italiener mit marokkanischen Wurzeln, die wir auf der Fähre kennengelernt hatten, für uns und ihre italienischen Freunde einen Besuch in einer Argan- Kooperative in Ait Amira.

Besuch der Argan-Kooperative in Ait Amira

„Baum des Lebens“ wird die Arganie im Südwesten Marokkos genannt, versorgt die Berber mit Holz als Brennstoff und dient als Gerüst für ihre Häuser. Das dornige Gewächs gehört zu den ältesten Bäumen der Welt, das einst in Nordafrika weit verbreitet war.  Die weit verstreut wachsenden Bäume mussten aber besonders um Agadir Gewächshäusern und Gemüseanbau weichen. Ein 820 000 Hektar großes Gebiet im Südwesten von Marokko wurde 1995 von der UNESCO zum gesetzlich geschützten Biosphären-Reservat ernannt.

wenn am Boden alles kahl ist, wird ein Stockwerk höher geschaut

Wenn am Boden alles kahl ist, wird ein Stockwerk höher geschaut!

Arganbaum mit Ziegen

Ziegen lieben Arganblätter und -nüsse

Ziegen lieben Arganblätter und -nüsse

Der dornige Arganbaum, der bis zu 10 m hoch werden kann, passt so wunderbar in diese karge Landschaft. Selbst Biologen rätseln darüber, warum er nur im Südwesten Marokkos gedeiht. Seine ausladende Krone kann mehr als 70 m Umfang erreichen. Der Arganbaum kann lange Trockenheit und bis über 50° C aushalten. Wegen seines harten Holzes wird er auch „Eisenholzbaum“ genannt.

Arganbaum

Seit einigen Jahren gibt es einen richtigen Hype um dieses Öl, es wurde sowohl von der Kosmetikindustrie als auch von Spitzenköchen entdeckt.

Die äußere Schale ist 15mal härter als die von Haselnüssen

Die äußere Schale ist 15mal härter als die von Haselnüssen

Je nach Qualität lassen sich aus etwa 100 kg Arganfrüchten zwischen 10 und 20 kg Samenkerne gewinnen, aus diesen wird bestenfalls ein einziger Liter Öl gepresst. Arganöl, das weiße Gold Marokkos!

Die zweite, weichere Schale wird als Tierfutter verwendet

Die zweite, weichere Schale wird als Tierfutter verwendet

Händisch werden die Kerne von Schalenresten befreit

Händisch werden die Kerne von Schalenresten befreit

Der Arganbrei wird auf Vlies aufgetragen.....

Der Arganbrei wird auf ein Vlies aufgetragen…..

...und gepresst

…und gepresst

Ölmühle der Berberinnen

Ölmühle der Berberinnen

Bei den Berbern war die aufwändige Herstellung immer Frauensache. Im Jahr 2002 wurde in Tiout eine erste Kooperative gegründet, unterstützt vom Fürstentum Monaco und einer Stiftung von König Mohammed V. Seither entstehen immer mehr solcher Gemeinschaftsprojekte im ländlichen Marokko. Die Berber nutzen das Öl schon seit Jahrhunderten zur Haut- und Haarpflege und zur Behandlung von Wunden und Entzündungen. Die gerösteten Arganfrüchte werden zur Gewinnung von Speiseöl verwendet und verleihen ihm den typischen, nussigen Geschmack. Das zu 80 Prozent aus ungesätttigten Fettsäuren bestehende Öl hilft außerdem den Cholesterinspiegel zu senken.

Nach der Führung und erfolgreichem Einkauf speisten wir die beste Tajine bei einem Freund von Youssefs Vater. Das frisch vor der Tür in einem Lehmofen gebackene Brot war zum Dahinschmelzen. So einfach – und so gut!!!

Die fertigen Tajinen warten auf Abnehmer

Die fertigen Tajinen warten auf Abnehmer

Die erste Tajine war mit Rindfleisch, die zweite mit Hühnerfleisch und Rosinen

Die erste Tajine war mit Rindfleisch, die zweite mit Hühnerfleisch und Rosinen

Ich will auch so einen Ofen!!!

Ich will auch so einen Ofen!!!

Nach dem Teezeremoniell verabschiedeten wir uns mit der schönen Aussicht auf ein Treffen am Gardsee!

Unsere Reise führte uns weiter über Tiznit und die Täler und Höhen des Antiatlas bis nach Tafraoute. Eigentlich wollten wir hier nur übernachten, aber die dramatisch aufgetürmten Felswände, die am Abend in ein zartes Rosa getaucht waren, verzauberten uns dermaßen, dass wir unseren Aufenthalt am Campingplatz „Granit Rose“ verlängerten. Außerdem kochte Omar, der Chef des Platzes, ein wunderbares Couscous für uns. Er servierte es uns mit einem Salat ins Womo und wir konnten drei Tage davon essen. Seit Tafraoute fährt auch ein Tajine-Geschirr in unserer Brause mit, weich verstaut zwischen Teppichen und Poufs. Wenn wir wieder nach Marokko kommen, ist Tafraoute ein fixes Ziel für uns!

Felsformation in Tafraoute

Campingplatz Granit Rose

Campingplatz Granit Rose

Auf dem Weg vom Campingplatz nach Tafraoute

Auf dem Weg vom Campingplatz nach Tafraoute

Imkereiprodukte und -zubehör, das wäre ein El Ddorado für Fredi

Imkereiprodukte und -zubehör, das wäre ein El Ddorado für dich, Fredi!

So schöne Berberteppiche - monatelange Arbeit

So schöne Berberteppiche – monatelange Arbeit

Tafraoute

Tafraoute

Tafraoute

Salam,

die Womophilen

 

 

5 Kommentare

  1. WOW! Danke für die tollen Eindrücke. Herrlich traumhaft!!!
    Schön, dass du mich und ich somit dich gefunden habe. Ich wüsche euch noch eine gute Reise und bedanke mich für deinen lieben Kommentar und den tollen Link. Ich kannte diesen Blog noch nicht. Er ist wahrlich grandios.

    Greetings & Love
    Ines

    • Es freut mich auch, dass ich deinen Blog gefunden habe. Wir stehen jetzt ein paar Tage und ich bin sicher, dass ich Zeit habe, mich genauer auf deinem Blog umzusehen.
      Alles Liebe,
      Sissy

  2. Hallo Ihr Lieben. Endlich sind wir wieder online. In Marokko war das etwas einfach als hier. Liebe Sissi, Dein Blog ist toll und die Bilder beeindruckend (Kompliement an Rudi). Wir freuen uns auf die weiteren Einträge und natürlich wenn wir wieder von Euch lesen. Eure Haas’n

    • Hallo, ihr Gleichgesinnten!
      Höre ich da etwa eure Liebe zu Marokko heraus? 😉 Vielen Dank für den netten Kommentar, wir bleiben in Verbindung. Bis bald, die Hirschis

      • Ups, da hatte sich schon wieder ein Tippfehler eingeschlichen in meinem Kommentar….trotz Brille :-(. Ja ich hab richtig Sehnsucht! Doris

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