womophil

Rom – du Unglaubliche

10. November 2015 von sissy | 5 Kommentare

Warten auf die Fähre

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober schaukelten wir voll Vorfreude auf Womophil Junior und gemeinsame Tage in Rom von Olbia nach Civitavecchia. Um 6 Uhr morgens gingen wir an Land und machten uns gleich auf den Weg nach Rom zum Campingplatz Happy Village, Via Prato della Corte 1915. Julian hatte sich dort einen Bungalow gemietet und meinte, wir könnten mit unserem Womo in seinem Garten stehen. So weit, so gut. Wir haben ein paar nette Tage verbracht, empfehlen den Platz aber wegen der langen Anfahrt nach Rom nicht unbedingt weiter.

Stellplatz Rom

Bevor wir Julian vom Flughafen abholten, haben wir uns noch Ostia, den Hausstrand der Römer, angesehen. Es herrschte eine Hektik, die so gar nicht mit unseren sardischen Stranderfahrungen in Einklang zu bringen war. Da wussten wir aber noch nicht, dass das nur der Vorgeschmack auf das Gewusle und Treiben am Flughafen sein sollte. Mit einem Womo ist man da fehl am Platz, aber was soll’s. Warnblinkanlange ein, Womo abgestellt, Julian geknuddelt und eingepackt und ab ging es in die vorher im Internet ausgesuchte Pizzeria „Quaranta“. Eataly, wir lieben dich!

Die nächsten zwei Tage gehörten wir Rom. Unglaublich, unbeschreiblich, zwei Tage Kieferstarre, nur Staunen, ein einzigartiges, riesiges, bewohntes, seit 3000 Jahren bestehendes Freiluftmuseum.

Am ersten Tag ließen wir uns einfach treiben. Es ist ganz egal, wo man sich in Rom befindet, an jeder Ecke wartet eine Überraschung: eine Kirche, ein Park, ein Denkmal, ein Brunnen, ein Palast, eine Brücke……

Wir 2 in Rom

Piazza Venezia

Eine Kirche haben wir uns gesucht: Sant’Ignazio di Loyola. Danke für den grandiosen Tipp, Ewald! Wir haben ein Foto vom kleinen Vorplatz, Informationen und ein Bild der Scheinkuppel gibt es im Link darunter.

Vorplatz Kirche Sant Ignazio di Loyola

Kirche Sant Ignazio di Loyola

Pantheon

Pantheon

Piazza della Rotonda

Piazza della Rotonda

Julian prägt Glücksmünzen

Julian prägt Glücksmünzen

Am zweiten Tag besichtigten wir mit einem Hop on Hop off Bus das Beste von Rom in 10 Stopps: Via Veneto, Piazza Barberini, Termini Bahnhof (Einkaufsmeile Via Nazionale, Via Cavour), St. Mary Major, Kolosseum, Circus Maximus, Monument Vittorio Emanuele II., Vatikan, Engelsbrücke und Engelsburg, Via del Tritone (Trevi Brunnen, Spanische Treppe).

Piazza Navona

Piazza Navona

Piazza Navona

Piazza Navona

Piazza Navona

Piazza Navona

Eataly, ti amo

Eataly, ti amo

Blick auf Piazza Venezia

Blick auf Piazza Venezia

Monument Vittorio Emanuele II:

Monument Vittorio Emanuele II.

Petersdom

Petersdom

Quanto sei bella Roma!

Randvoll angefüllt mit optischen, akustischen und olfaktorischen Eindrücken aus der Ewigen Stadt genossen wir einen lazy Sunday mit einem ausgiebigen Frühstück, Lesen in der Hängematte, Erzählen, Verarbeiten und mit der Erfüllung von Julians Wunsch nach einem gemeinsamen Kochen wie in alten Womozeiten. Viel zu schnell war unsere gemeinsame Zeit vorbei und es hieß

Ciao Julian,

ciao Roma,

die Womophilen

Der Kreis schließt sich

9. November 2015 von sissy | Keine Kommentare

Sardinien – lang, lang ist’s her! Rudi meint, ich mache unsere Reise zweimal, einmal in „Echt“ und einmal beim Verfassen der Beiträge. Mich zurückzuversetzen kommt jetzt schon einer Zeitreise in die Vergangenheit gleich, so viel haben wir seither erlebt!

Camping Isuledda

Vom 17. bis 21. Oktober haben wir unsere Zeit auf dem Campingplatz „Isuledda“ ausklingen lassen. Es wurde gefischt, gelesen, gestrickt, genossen…..

Genießen am Isuledda

…..aber Camping „Isuledda“, wie hast du dich verändert! Obwohl noch geöffnet, warst du bereits im beginnenden Winterschlaf zu erleben. Die schönsten Stellplätze am Meer – Johanna und Alois, auch eurer – waren besetzt, der überwiegende Rest mit den zusammengestellten Wohnwägen der Dauercamper zugeparkt. Ein skuriller Anblick, der ein reges Wiedererwachen in der nächsten Saison erwarten lässt.

Wohnwagenparkplatz Isuledda

Am Montag, den 19. Oktober nutzten wir das schöne Wetter um über Arzachena nach Calangianus zu fahren. Wir haben dort das Korkmuseum, das in wunderschönen, stilvoll renovierten Klostermauern untergebracht ist, besucht. Calangianus ist ein bedeutendes Zentrum der Korkverarbeitung. Wir zwei genossen eine Privatführung mit einer richtig netten Dame, die uns sogar ein Schauobjekt schenkte, das einen Ehrenplatz in unserer Küche bekommen wird.

Korkeichenmuseum Calangianus

Bei uns ist der Kork ja hauptsächlich als Flaschenverschluss oder Dämmmaterial bekannt, hier werden sogar Möbel, Teller und Schöpfkellen daraus gefertigt. Angeblich ist das Material sogar geschirrspülertauglich.

Die Korkernte ist ein arbeitsintensiver, mit viel Know-How verbundener Vorgang. Bei der ersten Ernte ist die Rinde noch stark zerklüftet, deswegen kann sie fast ausschließlich für die Granulatproduktion verwendet werden. Erst die nächsten Schälungen (nach neun bis elf Jahren) sind hochwertiger und für die Korkproduktion geeignet.

1., 2., und 3. Schälung

Anna Grindi entwickelte ein Verfahren, um aus Kork Stoff zu machen. Sie designt Kleidung, unter anderem Hochzeitskleider (Therese!!), daraus.

Anna Grindi Korkdesignerin Sardinien

Die geschälten Korkeichen und die mystischen Wälder haben einen besonderen Eindruck bei uns hinterlassen.

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Abstecher nach Luras, wo die ältesten Olivenbäume Sardiniens stehen. Der Stamm des größten Baumes hat in einem Meter Höhe einen Umfang von zwölf Metern. Die beiden Bäume sind als Naturdenkmal staatlich geschützt, deshalb darf man auch Eintritt bezahlen, wenn man sie besichtigen möchte. Die Bäume sollen 3000 – 4000 Jahre alt sein, das wahre Alter der Bäume lässt sich nur schätzen, an lebenden Bäumen kann man schlecht die Jahresringe zählen.

älteste Olivenbäume

Die Bäume sind Wildlinge, deshalb werden die kleinen Oliven nicht geerntet. Das wundert mich total. Ich würde die Oliven gerne in meinen Seifen verarbeiten, egal ob als Öl oder Paste, mit dem langlebigen Hintergrund müssten die doch eine tolle Antiagingwirkung haben. 😉

3 800 Jahre alter Olivenbaum

Am Weg nach Luras fährt man am schönen Lago Liscia vorbei, wo Rudi mit einer Notbremsung einem tierischen Womo das Leben rettete. Wir mussten zurücksetzen um es fotografieren zu können.

He, sind wir hier auf Galapagos?

He, sind wir hier auf Galapagos?

Das war ein Riesending, das gleich Aufsehen erregte. Um es vor dem „Takeawaydrang“ zweier Männer zu bewahren, warteten wir, bis die Schildkröte im Gebüsch verschwunden war.

Am Weg zum Lago Liscia

Lago Liscia

Lago Liscia

Obwohl uns Sardinien mit Regen verabschiedete, haben wir hier einen unvergesslichen Start in unsere Auszeit genossen.

Fähre nach Civitavecchio

Ein letztes sardisches Adiosu 2015,

die Womophilen

Wunderbar wanderbar oder unverhofft kommt oft

30. Oktober 2015 von sissy | 4 Kommentare

Vor der Abreise Richtung Olbia wollte ich noch einmal spamäßig duschen. Eine Schweizerin meinte: „Gehen Sie hier rein, dort hat es kein Papier!“ Und ich dachte mir aufgrund der zahllosen Schweizer, die wir auf unserer Sardinienreise getroffen haben: „In der Schweiz hat es keine Schweizer mehr. Die sind alle hier unterwegs, hier wimmelt es gerade so von ihnen, die machen Sardinien zum 27. Schweizer Kanton. Dabei haben die nur zwei bis drei Wochen Herbstferien, genial!“

Bergstraße

Frisch geduscht, Womo bewässert und entklot schaukelten wir von Arbatax durch sardisches Gebirgsland Richtung Orosei. Rudis Bergsteigerherz blutete, seine Füße machen schon die ganze Reise lang Probleme. Statt die Gipfel zu erwandern – können diese nur durch den Fotoapparat bewundert werden. Alois & Johanna, die ihr diese Strecke Wochen vor uns getuckert seid, wir haben an euch gedacht!

Womostellplatz

Das gewaltige, zerklüftete Kalksteinmassiv Supramonte, das sich von Nuoro bis Baunei an der Ostküste hinzieht, gehört zu den schönsten Wanderregionen Sardiniens. Die Berge sind zwar nicht besonders hoch, machen dies jedoch mit Einsamkeit, Unberührtheit und Wildnis wett. Man sieht enge Schluchten, imposante schroffe Kalkformationen und weite Plateaus. Auf dem Supramonte gibt es etwa tausend bekannte Höhlen, Nuraghendörfer sowie einen der tiefsten Canyons Europas.

Supramonte

Supramonte Felsformation

Panoramablick Supramonte

Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht wissen, dass uns die Reise nicht nach Cala Gonone sondern ganz in den Norden an unseren Startpunkt führen sollte.

Panorama Cala Gonone

Der ausgewählte Campingplatz lag nicht am Meer sondern in einem dichten, dunklen Pinienwald. Ich wollte keine Depressionen aufkommen lassen, also nichts wie weiter zum nächsten Campingplatz, der eigentlich ganzjährig geöffnet haben sollte. Doch erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. Beim Blick durch die geschlossenen Tore auf die kniehoch mit Laub und Nadeln bedeckten Wege fragten wir uns, ob der Campingplatz heuer überhaupt jemals geöffnet hatte. Die gesamte Küste bis Olbia, das wussten wir, ist zwar wunderschön, aber die Campingplätze sind nur von April bis September geöffnet. Ich wollte keinen Stellplatz in der freien Natur, deshalb kam nach einem Blick in den Campingführer nur mehr unser Ausgangspunkt, Camping Isuledda, in Frage. Schnell aufs Gas gedrückt um noch bei Tageslicht Cannigione zu erreichen. Dieser versäumte Küstenabschnitt wird uns bestimmt noch sehen, das schworen wir uns!

Camping Isuledda

Adiosu,

die Womophilen

 

Heliotherapie

20. Oktober 2015 von sissy | 2 Kommentare

Costa Rei

Von Sonntag, 11. Oktober bis Samstag 17. Oktober genossen wir Sonne, Sand und Meer. Auf unserer Fahrt von Teulada nach Capo Ferrato ließen wir Cagliari links liegen und stürzten uns gleich an die Königsküste mit ihrem breiten Sandband. Da das Wetter nicht besonders schön war und wir besonders müde, nahmen wir die neue Straße im Landesinneren. Versäumtes wird nachgeholt!! Die Costa Rei zieht sich über einen gut 10 km langen Küstenabschnitt, ein Bilderbuchstrand, der im Sommer viele Touristen anlockt und ab November in Winterschlaf verfällt. Entsprechend leer, gespenstisch sieht es hier jetzt aus, viele geschlossene Geschäfte und Ferienanlagen.

Capo Ferrato

Capo Ferrato

Am Campingplatz „Capo Ferrato“ herrschte noch Hochbetrieb. Der kleine, aber feine, familiäre, mit viel Herzblut betriebene Platz war ausgebucht. Wir hatten Glück, denn bald nach unserer Ankunft hing dieses Schild an der Rezeption:

Camping Capo Ferrato

 

Betrieb am Strand

Man lässt sich hier auch viel für die Gäste einfallen. Jetzt im Herbst sind Sardische Wochen mit Kochkursen, botanischen Führungen, Radausflügen und Verkostungsmenüs im Restaurant. Wir haben hier unsere Hängematte, den Strand, das Meer und die Sonnenaufgänge genossen.

Sonnenaufgang Capo Ferrato

Sonnenaufgang Capo Ferrato

Sonnenaufgang Capo Ferrato

Wir betreiben die letzten fünf Wochen Heliotherapie. Langsam haben wir uns an  die Sonne gewöhnt und lassen uns täglich bestrahlen. Bei uns zuhause weist die Sonne außer in den Sommermonaten zu geringe UVB-Anteile für die Vitmin D3-Bildung auf. Ganz wichtig ist es, keine Lichtschutzpäparate zu verwenden, da sonst die Vitamin D3-Bildung unterbunden wird. Ich bin ja echt froh, dass ich mich wieder auf mein Gefühl verlasse, und nicht auf das, was uns jeden Tag erzählt wird. Kurze Zeit habe ich einmal Sonnencreme verwendet und prompt mit einer Sonnenallergie reagiert. Das erinnert mich auch an die Verwendung einer Goldmaske aus der Apotheke mit versprochenem Königinnenfeeling. Ich habe ausgesehen wie eine ägyptische Mumie, bei der die Einbalsamierung schief gelaufen ist. Nur mit einer Cortisonbehandlung verschwanden die Pusteln und Quaddeln. Fotos habe ich noch für eine Schadensklage (Hermann!!) auf meinem Handy, veröffentlicht werden sie nicht.

Lilie

Strand Capo Ferrato

Morgenmeditation am Meer

Auf der Fahrt nach Tortoli haben wir ganz überraschend Lilli und Herbert mit ihren Freunden noch einmal auf einem kleinen Markt getroffen. Wo auf dieser schönen Insel seid denn ihr jetzt unterwegs? Unser Weg führte uns weiter zum Campingplatz Coccorrocci in Marina di Gairo. Wunderschön gelegen, als ganzjährig geöffnet angepriesen, empfing uns nur Hundegebell und das Geknurre des Besitzers: „Chiuso“.

Weg zum Camping Coccorrrocci

Wir haben einen tollen Ersatz gefunden ****Camping Telis, Baia di Porto Frailis. Ich verleihe den Sanitäranlagen des Platzes das Prädikat „Unbedingt benutzen“. Man hat hier ein Badezimmer zur Verfügung, das einen zum Staunen bringt. Italienisches Fliesendesign vom Feinsten, WC, Bidet, Waschbecken und eine Dusche mit Regenwaldschwallbrause. Die Stellplätze sind nur mittelmäßig, der Pool ist herrlich und sicher auch an der Sternevergabe beteiligt. Wir hatten vom Womo aus einen direkten Zugang zum Meer, man musste aber das „Todesspringer von Aquapulcogen“ besitzen, um da reinzuköpfeln.

Blick vom Womo

Meerzugang vom Womo

Wie schön, dass Sardinien eine Insel ist! Nachdem wir Gaby & Gerd am Campingplatz Telis das dritte Mal getroffen haben, sind wir gemeinsam auf einen Kaffee gegangen, Das erste Mal  sahen wir uns ganz kurz beim Fotografieren auf der Panoramastraße nach Bosa, das zweite Mal auf einem Campingplatz in Arborea. Erst hier, aller guten Dinge sind DREI, haben wir auf der Sonnenterrasse gemütlich geplaudert. Liebe Grüße aus Sardinien, solltet ihr ins oder durchs Salzkammergut reisen, in unserem Garten gibt es einen Womo-Stellplatz, der für euch reserviert ist!

Weg zum Turm

Adiosu,

die Womophilen

Tausche Obst gegen Kaffee

20. Oktober 2015 von sissy | Keine Kommentare

Buggerru

Am Donnerstag, 8. Oktober kletterten wir von Buggerru, das in einer engen Schlucht liegt, die im offenen Meer mit einem kleinen malerischen Hafen endet, die imposante Steilküste hinauf, mit letztem Bllick auf unseren Stellplatz und Ausblick auf traumhafte Buchten, die wir nach wie vor mit Begeisterungsrufen kommentieren. Das Schöne an der Nachsaison ist, dass die Strandabschnitte fast alle menschenleer sind. Man kann anhand der geschlossenen Lokale und Bars aber erkennen, dass es hier im Sommer anders aussieht.

Traumbucht

Duftolivenbaum

Wenn ich das Bild sehe, steigt mir der Duft des Feigenbaums, der am Parkplatz vor der Traumbucht Cala Domestica steht, in die Nase. Leider sehe ich auch den ganzen Müll, der wie überall in Sardinien am Straßenrand und auf Parkplätzen in großen Mengen herumliegt. Sind das die Inselbewohner oder urlauben hier auch die Prinzipien der Touristen?

Nach kilometerlanger einsamer „Bergschaft“ führt die Straße extrem steil hinab nach Nebida, das letzte Stück mit 13 % Gefälle durch eine mit hohen Felsen gesäumte Klamm. In Gedanken rochen wir schon wieder den Schweiß der Bremsen, wie damals am Großglockner. Kurz wird der Blick frei gegeben auf einen eindrucksvollen Felsen im Meer, den schneeweißen Pan di Zucchero, der 132 m aus dem Meer ragt.

Klamm

Pan di Zucchero

Der  grandiose Aussichtsplatz „Belvedere“ mit Blick auf die Küste, den Pan di Zucchero, das Farbenspiel des Meeres und das Geräusch der Brandung werden uns immer in Erinnerung bleiben. Die kleine Straße, die sich um den Hügel herumwindet, kann nur zu Fuss begangen  werden. Auf dem Weg liegt die Bar „Al‘ 906 Operaio“. Früher lagerte man hier die Munition für das nahegelegene Bergwerk. Das WC, in dem sich früher die Zündkapseln befunden hatten, mussten wir natürlich auch testen.

Ausblick von der Bar Al'906 Operaio"

Belvedere

Pan di Zucchero

Küste nach Nebida

Kiten an der Küste Sardiniens

Unser nächster Halt war am Campingplatz „Portu Tramatzu“, nahe Teulada.

„Tausche Obst gegen Kaffee“, mit diesen Worten trat Marion in unser Urlaubsleben. Sie campierte mit ihrem Lebensgefährten am Platz neben uns. Die beiden sind so richtige Sardinienliebhaber und -kenner. Sie sind entweder mit ihren Motorrädern, oder wie diesesmal, mit dem Auto auf der Insel unterwegs. Da die Bar am Campingplatz geschlossen hatte, meinte Marion, Womofahrer können sicher Kaffee machen. Da lag sie natürlich richtig! Ich mag das Unkomplitzierte an den Campern, jeder quatscht jeden an, jeder hilft jedem, fast immer trifft das zu. Mit Campern kommt man ganz schnell in Kontakt, im Laufe einer Reise sammeln sich viele nette Bekanntschaften an. Rudi machte schnell Kaffee, ich strickte vor dem Womo. Marion hatte soviel Obst dabei, dass ich ihr einen Teil davon wieder mitgeben wollte. „Das ist dann gleich für morgen Früh!“, meinte sie augenzwinkernd. Am nächsten Tag frühstückten wir dann gemeinsam ausgiebigst. Es war so nett, dass es uns unter unserer Markise, die wir während des Frühstückens aufstellten, auch trotz Regens so lange behagte, dass wir uns dann alle beeilen mussten, um den Platz noch vor 12 Uhr zu verlassen. Vielen Dank für die guten Tipps, Marion & Harald, wir haben sie teilweise schon umgesetzt!

Strand Campingplatz Portu Tramatzu

Der Campingplatz liegt nahe eines militärischen Sperrgebietes. Die dort stattgefundenen Schießübungen hallen noch in meinen Ohren nach und lassen vermuten, dass das italienische Bundesheer noch Geld für Rambospiele hat. Die an diesen beiden Tagen verschossene Munition hätte wohl nicht im Al‘ 906 Operaio Platz gehabt!

Strand Camping Tramatzu

Adiosu,

die Womophilen

Glück auf!

14. Oktober 2015 von sissy | 2 Kommentare

Piscina Mare

Am Dienstag, 6. Oktober verließen wir Piscinas auf der besseren Geländepiste, auf der sich unser Womo nicht in alle Richtungen verwand und ächzte, sondern man nur das Gefühl hatte, auf Eisenbahnschwellen dahin zu rumpeln. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Rüttelpisten auch in Zukunft das Ihre zum Schutz der Costa Verde beitragen werden. In Richtung Ingurtosu kommt man an einer verfallenen Bergwerkssiedlung vorbei, noch heute zeugen die Reste der Gebäude davon, mit wie viel Liebe damals Industriebauten errichtet wurden.

Bergbaugebäude

Welch ein Glück, dass die Bergbaugebäude bei uns zuhause in einem besseren Zustand sind! Bereits die Phönizier und Karthager entdeckten die ergiebigen Metalllagerstätten(Blei, Zink, Silber, Barium und Kupfer), die es hier gab. Bis ins Mittelalter wurden diese ausgebeutet und dann stillgelegt. Im 19. Jhdt. hat sich eine richtige Bergbauindustrie entwickelt, die nach dem Zweiten Weltkrieg schon wieder zu Ende ging. Bis in den letzten Zipfel des Südens trafen wir immer wieder auf Überbleibsel der Bergbauzeit.

Bergbaurelikt

Auf unserem weiteren Weg kamen wir wieder einmal an nackten Korkeichen vorbei. Die Korkeiche ist ein immergrüner Laubbaum, dessen Rinde vielfältig verwendet wird. Nach 20 – 25 Jahren werden die Eichen zum ersten Mal geschält. Danach dauert es 9 bis 11 Jahre, bis die Korkeiche erneut entrindet werden kann. Ein Baum kann pro Ernte ca. 45 kg Kork liefern, und das 9 bis 15 mal, dann ist die Korkeiche verbraucht. Lasst es beim Öffnen der nächsten Weinflasche noch etwas bedächtiger ploppen!

Korkeiche

Nach einem Kurzbesuch am traumhaften Capo Pecora mit einer Badepause suchten wir uns einen Stellplatz in Buggerru, weil uns unser im Vorhinein ausgesuchter Übernachtungsplatz aufgrund der Lage nicht gefallen hat.

Capo Pecora

Capo Pecora

Capo one more time

Auf diesem herrschte schon am frühen Nachmittag reger Betrieb. Der Stellplatz ist eine große, unbefestigte Terrasse mit Strom, Trinkwasser, Ver/Entsorgung, und zwei Duschen einfachster Art, die mit ihren Türen und den Holzböden an einen Westernsaloon erinnern. Am späten Abend kommt jemand zum Kassieren.

Stellplatz Buggerru

Stellplatz BuggerruWer findet die Dusche?

Strand Buggerru

Dieser Stellplatz wird für mich immer mit einem ganz besonderen Treffen in Verbindung bleiben: Lilli! Schon bei unserer Ankunft ist uns ein Womo mit Vöcklabrucker Kennzeichen aufgefallen. Bei unserer Abfahrt am nächsten Tag – Rudi war beim Wasserentsorgen – wollte ich noch wissen, woher denn die Vöcklabrucker sind. Lilly antwortete: “Wir sind aus Mondsee und du bist die Elisabeth!“ Ich war ganz baff und Lilli musste mir ein bisschen auf die Sprünge helfen. Sie hatte mich an meiner Stimme erkannt. 30 Jahre!! Es ist 30 Jahre her, dass wir uns in Mondsee bei meinen Anfängen als Lehrerin kennenlernten. Es folgten zweieinhalb Stunden Austausch und wir verließen den Campingplatz mit Erzählungen aus unseren Leben und wertvollen Tipps für unsere Weiterreise! Tausend Dank an Lilli und Herbert! 🙂 🙂 Wir freuen uns schon jetzt auf ein Ploppen in Sizilien!

SonnenuntergangAdiosu,

die Womophilen

 

Costa Verde – Die Sahara Sardiniens

12. Oktober 2015 von sissy | 2 Kommentare

Am Montag, 5. Oktober starteten wir mit einem Besuch der antiken Stadt Tharros, von der nur noch Reste erhalten sind. Große Teile der Anlage liegen noch unter der Erde verborgen, andere sind schon vom Meer überschwemmt. Die alten Straßen der Phönizier sind in einem besseren Zustand als viele jener Straßen, die wir auf Sardinien vorfanden.

Tharros

Der restliche Tag stand unter einem abenteuerlichen Stern und verlangte Womo und Fahrer alles ab. Probe für die Sahara-Tour bestanden!

Oristano haben wir ungewollt im Womo besichtigt. Obwohl die Altstadt nicht womotauglich ist sind wir, einmal falsch abgebogen, bis zum Dom vorgedrungen. Mit eingeklappten Spiegeln, begleitet von staunenden Blicken, sind wir den verwinkelten Gassen unter Schwitzen und Fluchen im Schritttempo entkrochen. Die Engstellen haben sich tief ins Gedächtnis eingebrannt, zum Fotografieren blieb leider keine Zeit.

Weiter ging es durch fruchtbare, landwirtschaftlich genutzte Felder Richtung Costa Verde, vorbei an vielen Bunkern aus dem 2. Weltkrieg. Ohne Vorankündigung standen wir plötzlich vor einer einspurigen, gewaltig langen Notbrücke über den Stagno, die für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Wir hatten die Wahl: Zwei Minuten Angst oder 40 km Umweg. Wir entschieden uns fürs Fürchten. Die Vegetation änderte sich schlagartig, statt fruchtbaren Ebenen erwartete uns steiniges Bergland.

Notbrücke

Ziegenherde am Weg

Bald ging es wieder der Küste entlang mit Aussicht auf wunderschöne Badebuchten. Von weitem sahen wir schon die bis zu 50 m hohen Sanddünen, das Ziel unserer Fahrt. Was wir schlecht recherchiert hatten, war, dass es zwei Zufahrten zu den Dünen gibt. Eine sandige Rumpelpiste und eine querfeldein, bei der zwei Furten zu queren sind. Des einen Freud, des anderen Leid! Während wir uns mühsamst einen Weg durch die Schotter- und Steinpiste suchten, tauchten neben uns immer wieder Geländefahrzeuge und Motocrossmaschinen auf, denen dieses Terrain puren Spaß bereitete. Die letzte Furt passierten wir nur, weil wir wussten, dass es aufgrund der Steilheit des Geländes kein Zurück mehr gab.

Queren der Furt

Straßenbau auf sardisch

Straßenbau auf sardisch

Die Sicht vom Campingplatz „Sciopadroxiu“ über die Dünen, auf dem wir uns neben all den geländegängigen Fahrzeugen wie Exoten vorgekommen sind und der Strand Piscina Mare, traumhaft zwischen den Dünen gelegen, entschädigten uns für die Anfahrt.

Dünen Costa Verde

Strand Costa Verde

Strandidylle

Weg zum Strand

Strand Costa Verde

Dieser Tag stand unter folgendem Zeichen:

Cervi in liberta

Adiosu,

die Womophilen

Der Weg ist das Ziel

12. Oktober 2015 von sissy | 2 Kommentare

Frühstück

Am 3.10. frühstückten wir mit Aussicht auf diesen Felsen, ein wunderbarer Start in den Samstagmorgen. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach dem Nuraghen-Komplex Santa Cristina bei Paulilatino (Oristano). Schnell die Koordinaten eingegeben und schon ging es los. Seit wir mit dem Navi unterwegs sind, schaue ich nicht mehr so viel auf der Karte mit. Mittlerweile habe ich das wieder geändert, in meinem Kopf entsteht sonst kein Bild von unserer Route, ich kann mich nur mit diesen kleinen Ausschnitten nicht am Gesamten orientieren. Wir kurvten irgendwo im Landesinneren herum, nirgendwo ein Hinweis, dass wir uns Santa Cristina näherten. Plötzlich sollten wir an einer Stelle abbiegen, wo es gar keine Straße gab. Nach dem zweiten Versuch war uns klar, dass da mit den Koordinaten etwas nicht stimmte. Ich nahm die Karte und Rudi gab den Ort ins Navi ein. Schnell hatte ich eine Straße gefunden, das Navi hätte uns großräumiger umgeleitet. Ich setzte mich durch und eine abenteuerliche Fahrt durch die Pampas begann. Eine quergerippte Sandpiste mit Riesenschlaglöchern und Erhebungen, verursacht durch Wurzeln von Bäumen am Pistenrand, die ihre Äste nicht unbedingt womotauglich von sich streckten, war dann kilometerlang unsere Fahrbahn. Die schön ausgebaute Schnellstraße hörten und sahen wir einmal links und einmal rechts von uns, wir durften ja sogar unten durch. Weder Tier noch Mensch begegnete uns. Dafür gab es jede Menge Kakteen mit ganz vielen Früchten. Manche Kaktusohrwascheln waren so zahlreich mit Piercings bestückt , dass sie schlapp nach vorne hingen.

KAKTUS

Nach gefühlten Stunden erreichten wir doch noch das Brunnenheiligtum von Santa Cristina, das zu den schönsten und faszinierendsten Kultstätten Sardiniens zählt. Die Nuragher sollen es schon im 1. Jahrtausend vor Chr. errichtet haben. Über eine kleine Vorhalle, deren Fundament noch erhalten ist, führen 25 mit höchster Präzision angefertigte Basaltstufen in den Brunnenschacht zur unterirdischen Quelle. Es ist unfassbar, wie exakt die Steine behauen und erhalten sind. In den Monaten März und September beleuchtet die Sonne während der Tagundnachtgleiche den Brunnenboden durch den Treppenabgang!

Brunnenheiligtum

Das Brunnenheiligtum liegt in einem wunderschönen riesigen Olivenhain. Die Kultstätte wurde von den Christen übernommen. Unweit des Brunnens liegt die von kleinen Pilgerhütten umgebene Kirche Santa Cristina. Zweimal im Jahr werden die Pilgerhütten bei religiösen Feierlichkeiten genutzt.

Uralter Olivenbaum

Pilgerhütten

Kirche Santa Cristina

Olivenbäume

Wir waren uns einig: Die Irrfahrt hat sich gelohnt!

Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir am Campeggio S’Ena Arrubia, mit Pool direkt am endlosen Strand von Arborea gelegen. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen ein Schilfgürtel mit einer bemerkenswerten (Flamingos, Reiher, Gottesanbeterin) und einer höchst unangenehmen Tierwelt (Moskito- und Wespenschwärme).

Schilfgürtel

Gottesanbeterin

Adiosu,

die Womophilen