womophil

In Ruhe alles kommen lassen!

2. Oktober 2015 von sissy | 4 Kommentare

Wir haben weder eingefädelt noch den Rest der Kupplung verschlissen. Wir sind schon seit Tagen ohne Internet und ich wollte den Laptop nicht zum Schlepptop mutieren lassen. Mein Reise-Office ist entweder im oder vor dem Womo, kommt Internet – kommt Post!

Vieles hat sich in der letzten Woche getan. Am Donnerstag, den 24. September galt: Vaterkarenz trifft Altersauszeit! Wir sind doch noch nach Santa Teresa di Gallura gekommen – mit dem Bus – und haben uns mit Andi, seiner Frau Lisa und entzückendem Sohnemann David getroffen. Es war Markttag, immer eine Freude für Augen, Nase und Ohren. Ich war sehr erfolgreich, bin mit einem neuen Hut und einer Bialetti Espressomaschine zurückgefahren.

Markt in Santa Teresa

Den Freitag haben wir noch einmal ausgiebigst am Strand genossen und anschließend das Womo reisefertig gemacht.

Am Samstag sind wir von Vignola Mare über Aggius nach Tempio Pausania durch einsamste Gebirgslandschaften gefahren. Wie heiß es hier im Sommer sein muss, kann man erahnen, denn selbst die Korkeichen stehen hier nackt herum. Wir haben die herrliche Landschaft genossen und uns so manche frische Feige gepflückt. Rudi sei Dank, dass wir auch die süßen von ganz oben erwischt haben!

Korkeiche

faszinierende Landschaft

FEigen

Nach einem kleinen Stadtbummel ging es wieder zurück an die Küste und über Porto Torres nach Alghero. Am Weg besichtigten wir den berühmten Elefantenfelsen. Wo bist du überall gewesen, Hannibal?

Hannibal

Am Straßenrand haben wir uns noch mit sardischen Spezialitäten eingedeckt. Man kauft hier in Agriturismos ein und bekommt alles direkt vom Bauern, von kleinen Familienbetrieben. Wir haben beim Einkaufen schon so viel verkostet, dass der erste Hunger gestillt war. Angefangen vom Schafsricotta, über Olivenöl, Wein, eingelegten Tomaten, Brot, Oliven bis zum Prosciutto. Der Ricotta war so reichlich, dass er am dritten Tag auch noch für Pasta mit Spinat gereicht hat.

Sardische Jause

In Fertilia, nahe Alghero, haben wir uns am Campingplatz „Laguna Blu“ einen Stellplatz gesucht. Der Campingplatz liegt auf einer Landzunge zwischen Meer, Fluss Nurra und dem Lagunensee Calic mit einer sehenswerten Vogelwelt. Außer vielen Moskitos haben wir leider keine Flugtiere gesehen.

Stellplatz

Adiosu,

die Womophilen

Strandaussicht statt Gangaufsicht

23. September 2015 von sissy | 7 Kommentare

Bäumelabyrinth

Wir stehen seit Sonntag auf dem Campingplatz „Baia Blu La Tortuga“. Ein schönes, großes Gelände mit windigen Stellplätzen am Meer oder geschützten im Pinienwald. Wir haben uns für den Pinienwald entschieden, was sich beim Einparken als wahrer Slalom für das Womo entpuppte. Hier gilt wie beim Skifahren: Eingefädelt, aus der Traum! Die Bäume sind für Autos oder Vans gepflanzt und nicht für Brummer mit 7 m Länge und 2,6 m Breite (Spiegeln!). Kommentar einer vorbeigehenden Dame: „Da kommt der aber nisch durch!“ Nach 30 Minuten und stinkender Kupplung steht das Womo jetzt da, wo wir es wollten. Dass Rudi schon vorm Ausparken graut, sei nur nebenbei erwähnt.

eingeparktes Womo

Jeden Abend zirpen die Grillen in einer Lautstärke und Frequenz, die laut Rudi frappante Ähnlichkeit mit dem Feueralarm in der Schule hat. Apropos Grillen und Feueralarm: Gestern Mittag hätten wir beim Grillen bald einen solchen ausgelöst. Es hat so gestunken und geraucht, aber wer konnte schon wissen, dass die Hühnerkeule von einem fetten sardischen Suppenhuhn stammte, die eigentlich nur wegen der Größe in unserem Einkaufskorb gelandet war? 🙂

Warum in Italien Männer nicht abwaschen, haben wir in der Zwischenzeit geklärt. Andere Länder – andere Größen?

Rudi

Das Meer an der Westküste ist wild und ungestüm. Es macht Spaß, sich von den Wellen an Land spülen zu lassen. Während das Meer an der Ostküste nur leicht rauschte, tosen und branden die Wellen hier an den Strand.

Strand

Sandstrand

Kite-Eldorado

Traumstrand

Torre

Traumstrand

Panoramastrand

Heute ist der Himmel bedeckt. Wir haben den Vormittag noch mit einem ausgedehnten Strandspaziergang genossen, während es jetzt leicht zu nieseln beginnt. Wer mich kennt weiß: Lieber Pausenratscher als langer Strandhatscher!

Sant Stefano

Brandung

Spaziergang

Adiosu,

die Womophilen

Von Cannigione bärig nach Vignola Mare

22. September 2015 von sissy | 3 Kommentare

Am frühen Sonntagvormittag haben wir unseren schönen Stellplatz zwischen einem jungen schweizer Pärchen mit Tochter und einem ganz netten Ehepaar aus der Münchner Gegend verlassen. Alois und Johanna, es war besonders nett neben euch zu stehen. Als wir das erste Mal eure Zwei-Takt Yamaha vernahmen, wussten wir, warum du dich nach der Mittagsruhe auf dem Platz erkundigt hattest. Alois, deine 175er Yamaha blechert phänomenal! Also ehrlich gesagt, ich hätte auch gerne eine Runde damit gedreht!

Unser erstes Ziel war das Capo d’Orso. Die äußerst bizarr verwitterten Granitfelsen sind typisch für die Gallura.

Tafoni Verwitterung

Oben auf dem Berg thront, schon aus einiger Entfernung sichtbar, ein von Wind und Wetter aus Fels geformter Bär. Ein gut ausgebauter Fußweg führt hinauf, vorbei an Informationstafeln über Flora und Fauna – leider nicht auf Deutsch. Oben bietet sich ein Panorama, das mindestens so faszinierend ist wie der Bär. Aufgrund seiner  Höhe ist er leider nicht als Ganzes zu sehen. Er erscheint für mich eher wie ein Elefant, wenn ihm aus der eingeschränkten Perspektive der Kopf fehlt. Wie lange wird dieser durchlöcherte Fels (Tafoni-Verwitterung = Durchlöcherung von innen nach außen) noch halten??? Ich traute der Sache nicht ganz. Wie viele Hohlräume tun sich da im Inneren schon auf? Selbst Homer soll seinen Helden Odysseus auf dessen sagenhafter Reise durchs Mittelmeer hier vorbeigeführt haben. Macht die Sache auch nicht besser! Die Aussicht auf die Inselwelt des Maddalena-Archipels und über das Meer bis nach Korsika ist unbeschreiblich!

Capo d'Orso

Bärenkopf

Capo d'orso

Panorma vom Capo d'orso

panorama

Unsere Fahrt führte uns wieder Richtung Arzachena, um ein bisschen mehr von den Nuraghern (1800 – 500 v. Chr.) zu erfahren. Wenig ist bisher von diesem geheimnisvollen Volk bekannt. Es ist selbst umstritten, ob es einwanderte oder sich aus der damaligen sardischen Bevölkerung entwickelte. Ihren Namen erhielt diese Kultur nach ihren berühmtesten Bauwerken, gewaltigen Steintürmen, den Nuraghen, die es nur auf Sardinien gibt. Dass diese Türme doppelwandig gebaut sind, um Platz für eine Stiege zu erhalten, vermutet man von außen keineswegs.  Die Nuraghen dienten nicht so sehr der Verteidigung gegen fremde Eroberer sondern eher der Abwehr feindlich gesinnter Nachbarn! Weitere Bauwerke der Nuragher sind die Gigantengräber.

Nuragher

Nuraghier Turm

Gigantengräber

Gigantengräber

In Santa Teresa Gallura waren wir leider nicht willkommen. Die Stadt ist gepflastert mit „Wohnmobile verboten“ Schildern. Während der Hauptsaison wahrscheinlich wirklich eine Plage!

Also, ab in Richtung nächster Campingplatz, vorbei an wunderschönen Sandstränden, fleißig genutzt von Womofahrern, die gerne wild stehen.

küste

Genug der Besichtigungen, morgen gibt es Meer, Meer und noch mehr Meer,

adiosu,

die Womophilen

 

 

Der Sommer geht in die Verlängerung! Sardinien, „Welt im Kleinen“

19. September 2015 von sissy | 6 Kommentare

Blick vom Womo

Laut einer Legende hatte Gott nach der Erschaffung der Welt nur noch wenige Granitbrocken über. Er warf diese in das Mittelmeer und trat kräftig darauf. Die alten Griechen nannten Sardinien deshalb „Schuhsohle“. Außerdem nahm er auch noch von allen vorher geschaffenen Kontinenten etwas weg. Eine Insel der Felsen mit herrlichen Grotten und Quellen, die aber auch Palmen, riesige Oleanderbüsche, wunderschöne Kastanien- und Korkeichenwälder beheimatet, von feinsandigen, kilometerlangen Stränden umsäumt ist, war geboren. Wir freuen uns schon darauf, das alles zu erkunden.

Campingplatz Bucht

Am Dienstag, 15. September landeten wir am Golfo Aranci. Auf der Fähre haben wir uns einen Campingplatz ausgesucht: Isuledda Camping in Cannigione di Arzachena. Vorbei an der Welt der Schönen und Reichen, Porto Cervo (ja hallo, sollten wir da vielleicht doch hin?) und Porto Rotondo ging es Richtung Nordosten. In Porto Rotondo steht Sardiniens berühmtestes Ferienhaus zum Verkauf. 500 Mio € soll die Villa Certosa kosten, die dem Multimilliardär Silvio B. gehört, 40 Hektar Land, fast so groß wie der Vatikan, als kleinster Staat der Welt.

15 ha groß ist der prächtige Campingplatz hier und bietet mehr als 960 Stellplätze und fast 400 Miethütten/häuser. Dank Nachsaison ist es hier völlig ruhig und entspannt. Wir stehen direkt am Meer mit eigener Badebucht. Der Campingplatz liegt auf einer Landzunge, hat terrassenförmig angelegte, wunderschöne Stellplätze mit vielen kleineren und größeren Buchten und Sandstränden, die oft nur vom jeweiligen Stellplatz aus begehbar sind. Hier lässt es sich aushalten! Schon bald in der Früh genieße ich das Rauschen des Meeres und den langsam beginnenden Tag vor dem Womo. Rudi holt mit dem Rad frisches Gebäck und ich koche Kaffee. Unser Leben spielt sich fast nur draußen ab. Gekocht wird im Freien, gegessen sowieso! Ich hoffe, dass die Temperaturen noch länger anhalten!

Frühstück

Auch Camping ist Veränderung! Es gibt hier sowohl schön ausgestattete und gut gepflegte Waschhäuser, in denen man Seite an Seite mit anderen Zähne putzt, als auch Luxuswaschhäuser, in denen jeder einen versperrbaren Bereich mit Waschbecken, Dusche und WC hat.

Kleine Sandbucht

Gleich neben uns

Größere Bucht

Surfparadies

Vor der Abfahrt hat Rudi noch die ACSI-Campingcard besorgt, mit der es Ermäßigungen in der Nebensaison für zwei Erwachsene gibt. Unser Stellplatz in der ersten Reihe kostet in der Hochsaison 60 €/Tag, jetzt 26 € und mit der Card 18 €.

Morgen verlassen wir dieses schöne Plätzchen und freuen uns auf einige Besichtigungen,

 

Adiosu,

die Womophilen