womophil

300 Tage Sonne

25. April 2016 von sissy | Keine Kommentare

Blick auf den Campingplatz

Blick auf den Campingplatz

Randvoll abgefüllt mit wunderschönsten Eindrücken von Sevilla, Córdoba und Granada sehnsuchten wir nach Verarbeitung dieser am Meer. Von Dienstag, 29. März bis Samstag, 2. April urlaubten wir am Campingplatz „Almayate Costa“, ungefähr 20 km östlich von Málaga.

Spaziergänge am Meer, sonnen, fischen, lesen, grillen, Womo reinigen…. herrlich wenig zu tun. Málaga wird an 300 Tagen im Jahr von der Sonne verwöhnt, Costa del Sol eben!

Málaga

Am Freitag fuhren wir mit dem Bus nach Málaga. Schon der Hafenbereich mit seinen Palmen- und Platanenpromenaden lädt zum Verweilen und Genießen ein. In der verkehrsberuhigten Altstadt lässt es sich wunderbar flanieren, einkaufen und essen gehen. Wir waren nicht auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten, wir wollten einfach den südländischen Charme der Stadt genießen.

Málaga

 Kathedrale …La Manquita, „der etwas fehlt“, ein Turm ist unvollendet

Kathedrale …La Manquita, „der etwas fehlt“, ein Turm ist unvollendet

 Vom römischen Amphitheater sind noch die Sitzreihen, der Orchestergraben und die Bühne zu sehen

Vom römischen Amphitheater sind noch die Sitzreihen, der Orchestergraben und die Bühne zu sehen

Kathedrale von Málaga, deren Bau bis heute nicht beendet wurde

Kathedrale von Málaga, deren Bau bis heute nicht beendet wurde

Wir besuchten das Picasso-Museum, das in einem Renaissance-Palast untergebracht ist. Pablo Picasso wurde 1881 in Málaga geboren. Sein Talent zeigte sich schon bald, er besuchte bereits im Alter von zehn Jahren eine Kunstschule und durfte an der Kunstakademie von Barcelona die ersten Klassen überspringen. Aus politischen Gründen kehrte er nie in seine Heimatstadt zurück……

Das Museum gibt einen Überblick über sämtliche Stilrichtungen, Techniken und Materialien, mit denen er sich Zeit seines Lebens beschäftigt hat.

Am Sonntag, 3. April reisten wir weiter nach Ronda, nicht ohne uns ganz nah an den Caminito del Rey heranzupirschen. Eigentlich sollte der kleine Königspfad ja ein weiteres Highlight unserer Reise werden. Er war wegen einer Neuübernahme geschlossen, nachdem man ihn nach Restaurierungsarbeiten im Frühjahr 2014 wiedereröffnet hatte. Er bleibt uns also noch ein Weilchen auf der Todo-Liste erhalten.

Den adeligen Namen verdankt er König Alfonso XIII, der ihn 1921 bewältigte

Den adeligen Namen verdankt er König Alfonso XIII, der ihn 1921 bewältigte.

Der Caminito del Rey hat Geschichte. Schon Anfang des 20. Jhdts. mussten die Arbeiter über diesen klettern, um die Wasserkraftwerke mit Material zu versorgen.

Der Caminito del Rey hat Geschichte. Schon Anfang des 20. Jhdts. mussten die Arbeiter über diesen klettern, um die Wasserkraftwerke mit Material zu versorgen.

Am Weg nach Ronda

Am Weg nach Ronda

Frühling.....ja du bist´s....

Frühling…..ja du bist´s….

Je näher wir Ronda kamen, desto mehr verfinsterte sich der Himmel. Rainer Maria Rilke beschrieb Ronda als „unvergleichliche Erscheinung, der auf zwei Felsmassen hinaufgehäufelten Stadt“. Ernest Hemingway empfahl sie sogar als Ziel für die Flitterwochen, uns kam sie ein bisschen raubeinig daher, allerdings mit Charme.

Ronda

Ronda liegt auf einem Felsplateau über dem Guadalevin Fluss und wird von einer 100 m tiefen Schlucht spektakulär in zwei Teile gespalten. Die „Neue Brücke“, errichtet 1793, erinnert in ihrer Form an einen zwischen die Schluchtabhänge getriebenen Keil.

Der Raum, der sich im Inneren des obersten Brückenabschnitts befindet, wurde als Gefängnis genutzt!

Der Raum, der sich im Inneren des obersten Brückenabschnitts befindet, wurde als Gefängnis genutzt!

Die Brücke ist das Wahrzeichen der Stadt

Die Brücke ist das Wahrzeichen der Stadt

Alte Brücke

Alte Brücke

In Ronda steht die älteste Stierkampfarena Spaniens, die auch die Wiege des Stierkampfes zu Fuß ist. Das Museum in der Arena zeigt unter anderem nostalgische Gewänder und Plakate.

Das Lachen verging mir erst in Sevilla!

Das Lachen verging mir erst in Sevilla!

Am Montag, 4. und Dienstag, 5. April schlossen wir unsere Andalusienrundfahrt mit einem zweiten Besuch Sevillas ab. Die nachgeholte Besichtigung  des Turmes und der Kathedrale sind im Sevilla-Post verewigt.

¡Adiós Espana!

Bem-vindo em Portugal!

Stausee beim Königspfad

Die „Großen Drei“ – GRANADA, Córdoba und Sevilla

25. April 2016 von sissy | Keine Kommentare

Am Osterwochenende standen wir von Karfreitag, 25. bis  Ostermontag, 28. März am Campingplatz „Reina Isabel“ in La Zubia bei Granada. Wir mussten ein paar Tage auf die Karten für den Besuch der Alhambra warten. Die täglich bis zu  8.000 Besucher werden zu einem auf der Eintrittskarte festgelegten Zeitpunkt eingelassen.

Granada liegt traumhaft zu Füßen des gigantischen Bergmassivs der Sierra Nevada, in dem die höchsten Gipfel der Iberischen Halbinsel thronen.

Granada

Am Campingplatz parkte drei Plätze weiter ein Womo mit Gmundner Kennzeichen. Man glaubt es kaum, aber im Gespräch hat sich herausgestellt, dass da Ulli mit ihrem Mann unterwegs ist. Ulli, Ulli aus der Nachbarschaft meiner Kindheit! Ich habe gute Erinnerungen an ihren Vater, der in den 70er Jahren des letzten Jahrtausends mein Schwimmtrainer gewesen ist!! Das Leben ist erstaunlich, Lilly auf Sardinien, Ulli in Granada. Sie erzählt uns von einer Wanderung und macht uns die Beine restless: Los Cahorros in Monachil.

Wanderung in Monachil

Am Ostersonntag ist der Busverkehr sehr eingeschränkt, deshalb lassen wir uns von einem Taxi nach Monachil bringen. Der Weg ist zuerst nicht gut ausgeschildert, aber mit meinem Bergfex ist das querfeldein auch kein Problem.

Wanderung Monachil

Wir wandern durch die Schlucht, gehen über Hängebrücken, die gut gewartet scheinen und quetschen uns an Felsen vorbei – das aber nicht sehr lange, denn bei überhängenden Felsen mit Bach neben mir ist die Freude dann doch schnell dahin……Es gibt ja auch andere Wege!

Los Cahorros in Monachil

Los Cahorros in Monachil

Hängebrücken in den Schluchten von Monachil

Der Rückweg zieht sich und zieht sich. Wir latschen von Bushaltestelle zu Bushaltestelle, aber keiner fährt. Ich bin heute noch stolz auf mich, wie sehr ich das Granteln im Zaum halten konnte – 12 km sind ein langer Weg!

Long way home

Kein Bus am Sonntag

Kein Bus am Sonntag

Mandelblüte

Granada, die Stadt, der unzählige Lieder und Gedichte gewidmet sind, hat auch uns vollends begeistert. Granadas großer Dichter Frederico García Lorca meinte: „Die Stunden in Granada seien hier länger und gehaltvoller als in jeder anderen Stadt Spaniens“, ……wir können es ihm nachempfinden.

Ich hätte so gerne ein Konzert in der Alhambra gehört, aber leider stehen erst im Juni wieder welche am Programm. Die Stimmung muss einzigartig sein, ich kann mir in der Umgebung fast jede Musikrichtung vorstellen, besonders gut passt Loreena McKennitt mit ihren mystischen Klängen.

Die unscheinbaren Außenmauern der „Roten Festung“ (Alhambra) verraten nichts von den Schätzen, die uns im Inneren der Palastmauern erwarten und aus gutem Grund 1984 zum Weltkulturerbe ernannt worden sind.

Wir betreten den Königspalast der Nasriden durch ein kleines mit geschnitzten Kragbalken geschmücktes Tor und stehen im Mexuarsaal, in dem man früher Streit geschlichtet, Diebe verurteilt und Betrüger bestraft hat.

kleines, mit herrlich geschnitzten Kragbalken geschmücktes Zugangstor

kleines, mit herrlich geschnitzten Kragbalken geschmücktes Zugangstor

Mexuar Gebetsraum

Mexuar Gebetsraum

Mexuarhof

Mexuarhof

Mexuarhof

Fassade des Comares Palast

Fassade des Comares Palast

Fassade des Comares Palast

Der Myrtenhof (Comares), der seinen Namen von dem, mit Myrten eingefassten Becken hat, war das Zentrum der diplomatischen und politischen Tätigkeit in der Alhambra. Hier warteten wichtige Persönlichkeiten, bis sie vom Sultan empfangen wurden.

"Als in Europa Luftschlösser gebaut wurden, entstanden in Granada Schlösser auf dem Wasser" (Jesus Bermudez Pareja)

„Als in Europa Luftschlösser gebaut wurden, entstanden in Granada Schlösser auf dem Wasser“ (Jesus Bermudez Pareja)

Comares

Verschlungene Sterrne im Botschaftersaal

Verschlungene Sterrne im Botschaftersaal

Lebensbaum

epigraphischer Wandstreifen mit Lebensbaum, der die Sterne des Himmel trägt und seine Wurzeln ins Paradies streckt

Wasser ist in der Alhambra allgegenwärtig. Es fließt gelenkt durch Kanäle in Becken, in denen sich die Säulen und Fassaden anmutig widerspiegeln und sprudelt und plätschert in Brunnen.

Alhambra

Die kunstvollen Inschriften machen die Alhambra zu einem Buch. Die Kalligraphie ist der wichtigste künstlerische Ausdruck des Islam und hat die gleiche Bedeutung wie die Bildnisse der westlichen Kunst.

Der Kalligraph ist der gesellschaftlich am höchsten angesehene Künstler

Der Kalligraph ist der gesellschaftlich am höchsten angesehene Künstler

Gips wurde nicht nur wegen der einfacheren Bearbeitung, sondern auch wegen der luftdurchlässigen Eigenschaft und der Möglichkeit Feuchtigkeitsänderugnen auszugleichen Stein vorgezogen

Gips wurde nicht nur wegen der einfacheren Bearbeitung, sondern auch wegen der luftdurchlässigen Eigenschaft und der Möglichkeit Feuchtigkeitsänderungen auszugleichen, Stein vorgezogen.

Der leicht und luftig wirkende Löwenhof war das Zentrum der Privatresidenz des Sultans. Um den Hof herum lagen die Räume der Frauen, das Herz des Harems.

Patio de los Leones

Bis tief in die Wohnräume reichen die Flüsschen, die aus allen vier Himmelsrichtungen demLöwenbrunnen zufließen.

Bis tief in die Wohnräume reichen die Flüsschen, die aus allen vier Himmelsrichtungen dem Löwenbrunnen zufließen.

Nur bei ganz genauer Betrachtung sieht man, dass alle Kapitelle und Bögen mit verschiedenen Motiven ornamentiert sind. Den nasridische Sinnspruch "Es gibt keinen Sieger außer Allah" findet man immer wieder.

Nur bei ganz genauer Betrachtung sieht man, dass alle Kapitelle und Bögen mit verschiedenen Motiven ornamentiert sind. Den nasridische Sinnspruch „Es gibt keinen Sieger außer Allah“ findet man immer wieder.

Von dieser mit Stalaktiten verzierten Kuppel kann man den Blick erst nach Genickstarre schmerzhaft lösen

Von dieser mit Stalaktiten verzierten Kuppel kann man den Blick erst nach Genickstarre schmerzhaft wieder lösen.

Im Löwenhof

Bis heute sind die Stalaktiten ein unentbehrliches Dekorationsmotiv und von religiöser Bedeutung für die islamische Welt. Dem Propheten Mohammed wurde der Koran direkt vom Erzengel Gabriel in der Höhle von Hira (Stalaktiten) eingegeben, in der er Schutz auf der Flucht vor seinen Feinden suchte. Um die Verfolger abzulenken, verschloss ein Spinnengewebe den Höhleneingang. Die Höhle ist seither ein wichtiger Pilgerort für alle Moslems.

Saal der Könige

Saal der Könige

Lindaraja- Aussichtspunkt öffnet sich zu einem der Innenhöfe

Lindaraja- Aussichtspunkt öffnet sich zu einem der Innenhöfe

Es bereitet Lust für das Auge, spielerisch unterschiedliche Muster an den Fliesenbändern der Alhambra entstehen zu lassen. Ich entdeckte immer wieder neue Kombinationen. Der holländische Zeichner M. C. Escher hat sich angeblich für seine berühmten Wahrnehmungsexperimente mit Mosaikanordnungen und Hintergrund/Figur-Spielen von den Fliesen der Alhambra inspirieren lassen.

Kupfer für die Grüntöne, Kobalt für die Blautöne, Eisen und Mangan für gelb- und honigfarbene Töne.....

Kupfer für die Grüntöne, Kobalt für die Blautöne, Eisen und Mangan für gelb- und honigfarbene Töne…..

Die bunten Glasscheiben, die in einen feinen Holzrahmen eingelassen sind, vergießen vielfarbiges Licht in einem Bereich, der einst Thronsaal gewesen sein mochte.

Die bunten Glasscheiben, die in einen feinen Holzrahmen eingelassen sind, vergießen vielfarbiges Licht in einem Bereich, der einst Thronsaal gewesen sein mochte.

Jeder noch so kleine Innenhof besitzt einen Brunnen.

Jeder noch so kleine Innenhof besitzt einen Brunnen

Der östlich gegenüber der Alhambra liegende Generalife diente einst als Sommresitz der Nasriden-Könige und bietet auch heute einen angenehmen Ruheplatz an heißen Nachmittagen, wenn nicht gerade mehrere Touristentruppen über die Gärten herfallen.

Wasserbeckenhof

Wasserbeckenhof

Wege mit der traditionellen Pflasterung aus kleinen Kieselsteinen

Wege mit der traditionellen Pflasterung aus kleinen Kieselsteinen

Wassereckenhof

Generalife

Die Festung Alcazaba ist der älteste Teil der Alhambra, der ziemlich zerstört ist. Es bietet sich von den Mauern und Wachtürmen ein herrlicher Rundumblick auf Granada.

Alcazaba

Alcazaba

Blick auf den Palast, den Karl V. in die Alhambra setzen ließ - ählich unglücklich wie in Córdoba

Blick auf den Palast, den Karl V. in die Alhambra setzen ließ – ählich unglücklich wie in Córdoba

Granada - der Klang des Wortes verspricht nicht zu viel - "gemacht für Traum und Träumerei" (F.Garcia Lorca)

Granada – der Klang des Wortes verspricht nicht zu viel – „gemacht für Traum und Träumerei“ (F.Garcia Lorca)

Granada, Märchenschloss Alhambra, wir sehen euch wieder!!

 

¡Hasta luego!,

die Womophilen

Granada

Die „Großen Drei“ – CÓRDOBA, Sevilla und Granada

11. April 2016 von sissy | 6 Kommentare

Am Mittwoch, 23. und am Donnerstag, 24. März stellten wir unser Womo am Campingplatz „El Brillante“  in Córdoba ab, von wo aus wir die Innenstadt bequem mit dem Bus erreichen konnten.

Patio in Córdoba

In Andalusien sind Patios (Innenhöfe in Stadthäusern) weit verbreitet. Córdoba ist berühmt für seine vielen wunderschönen, eher kleinen Patios. Jedes Jahr im Mai findet ein Wettbewerb statt, bei dem der schönste gekürt wird. Es werden zu diesem Zeitpunkt viele private, sonst nicht zugängliche Innenhöfe für Einheimische und Touristen geöffnet. Liebend gern wäre ich einmal bei einem Concurso de Patios Cordobeses dabei! So bleibt mir nur der verstohlene Blick in die manchmal halboffenen Privatsphären.

Orangenduft hängt in der Luft

Orangenduft hängt in der Luft

Die „Großen Drei“ bekommen von mir den Beinamen die „Duftenden“. Ich habe noch nie so wohlriechende Städte erlebt. Die Luft um einen ist getränkt in Neroli, überall Orangenbäume in Blüte. Aromatherapie vom Feinsten – und das den ganzen Tag lang. Orangenblüten wirken erheiternd auf die Stimmung, helfen gegen innere Anspannung, Angst und Depressionen. Außerdem besitzen sie eine leicht aphrodisierende Wirkung. ……da geht die Post ab, stimmungsmäßig! 😉

Übrigens: Um einen Liter Neroliöl zu gewinnen, benötigt man eine Tonne Blüten!

Semana Santa begleitete uns auch in Córdoba……

Semana Santa Córdoba

Semana Santa in Córdoba

Semana Santa in Córdoba

Voll der Freude ließen sich die Kinder von den Büßern Wachstropfen auf ihre mit Alufolie überzogenen Styroporkugeln träufeln. Da jede Bruderschaft auch bei den Kerzen eine eigene Farbe hat, haben die Kugeln schön bunt ausgesehen.

Semana Santa in Córdoba

Semana Santa Córdoba
Semana Santa Córdoba
Musikbegleitung Semana Santa in Córdoba
Das Besondere an der Mezquita von Córdoba ist, dass Moschee und Kathedrale im gleichen Gebäude vereint sind. Länger als ein halbes Jahrhundert beteten Christen und Moslems im gleichen Gotteshaus. Wann ist diese Toleranz verloren gegangen??
Die Mezquita ist nach der Alhambra das bedeutendste maurische Bauwerk Andalusiens. Der maurische Baustil mit seinen typischen Stilelementen begeistert uns total, begleitet er uns ja schon seit den Königsstädten in Marokko. Am besten gefallen mir die Hufeisenbögen und die Azulejos (Kachelmosaike).
Mehr als 850 Säulen tragen die Bögen im Gebetsraum

Mehr als 850 Säulen tragen die Bögen im Gebetsraum

Man muss sich selbst in diese Säulenreihen eingefädelt haben, um die Großartigkeit und Harmonie dieses Bauwerks gespürt zu haben. Jeder Schritt verändert die Perspektive. Die symetrische Anordnung und immer gleiche Optik der Hufeisenbögen gibt dem Ganzen trotz der immensen Größe eine meditative Leichtigkeit. Selbst die vielen Menschen störten nicht.

Die am Boden stehenden runden Säulen werden von Bögen überspannt, zwischen denen viereckige Säulen aufragen, die die Basis für eine weitere Bogenreihe liefern - um größere Raumhöhe zu erzielen

Die am Boden stehenden runden Säulen werden von Bögen überspannt, zwischen denen viereckige Säulen aufragen, die die Basis für eine weitere Bogenreihe liefern – um größere Raumhöhe zu erzielen

Die Gebetsnische des Vorbeters ist von einer Pracht und einer handwerklichen Kunstfertigkeit, dass es kaum vorstellbar ist, dass Menschen dieses Allerheiligste der Moschee geschaffen haben. Die aus einem einzigen Marmorblock gehauene Kuppel des Mihrâb Nuevo ist in Form einer Blüte gestaltet und über und über mit geometrischen und floralen Mustern und Koranversen bedeckt, die von byzantinischen Künstlern geschaffen worden sind.

Gebetsnische des Vorbeters

Mihrab Nuevo

Kuppel des Mihrâb Nuevo mit floralen und geometrischen Mustern, Mosaiken und Koranversen

Kuppel des Mihrâb Nuevo mit floralen und geometrischen Mustern, Mosaiken und Koranversen

Christianisierte Capilla Villaviciosa, ehemalige Gebetsnische

Christianisierte Capilla Villaviciosa, ehemalige Gebetsnische

Capilla Villaviciosa

Capilla Villaviciosa

Mezquita Córdoba

Mezquita Córdoba

Während und nach der Regierungszeit Karl V. (1519 – 1556) entstand die Kathedrale  in der Moschee. Man nimmt sie zuerst gar nicht wahr, empfindet sie dann aber als unpassenden Fremdkörper mitten in der Mezquita. Sie ist ein im Auge schmerzender Stilbruch, selbst Karl V. hat seinen Fehler nach der Fertigstellung erkannt.

Kuppel der mitten in die Moschee hineingebauten Kathedrale

Kuppel der mitten in die Moschee hineingebauten Kathedrale

Blick auf die Orgel

Blick auf die Orgel

Hochaltar in der Kathedrale

Hochaltar in der Kathedrale

Das zum Glockenturm umgebaute Minarett ist 60 m hoch. Der Patio de los Naranjos (Orangenhof) wurde erst von den Christen angelegt. Unter den Mauren war die Moschee zum Hof hin völlig offen.

Glockenturm, Orangenhof mit Wasserbecken für rituelle Waschungen

Glockenturm, Orangenhof mit Wasserbecken für rituelle Waschungen

Außenfassade der Mezquita

Außenfassade der Mezquita

Zum Abend hin setzten wir uns noch einmal in eine Bar um ein Bierchen und ein paar Tapas zu genießen. Wir sind noch nie so viel essen gegangen wie in Andalusien, Tapas sind eine geniale Erfindung. Es ist bekannt, dass diese Tradition ihren Ursprung in Sevilla hat. Kellner deckten (tapar) die servierten Getränke mit kleinen Tellern ab, um sie vor Fruchtfliegen zu schützen. Irgendjemand kam auf die Idee, Kleinigkeiten auf die Teller zu legen, um so die Getränke attraktiver zu machen. Die Tapas wurden ein echter Verkaufsrenner – und warum bitte, hat sich diese grandiose Idee noch niemand bei uns zuhause abgeschaut???? Man bestellt ein Bier nach dem anderen, weil man schon gespannt auf die nächste Runde Tapas wartet, die übrigens ganz ohne Bestellung geliefert wird.

Mit der Wahl der Tapasbar hatten wir riesiges Glück. Die Tapas schmeckten herrlich, das Heizschwammerl wärmte zusätzlich und erste Reihe fußfrei genossen wir das Schauspiel von zwei weiteren Semana Santa Prozessionen.

Semana Santa in Córdoba

Semana Santa in CórdobaAm Heimweg konnten wir fast nicht mehr aus der Stadt hinaus, weil alles abgesperrt war. Als Entschädigung durften wir auch noch einen Trägerwechsel miterleben. Der Altar wird auf Kommando abgestellt, dann kriechen zehn verschwitzte, abgekämpfte Männer hervor und übergeben mit Handschlag an die wartenden Träger. Mit Elan positionieren sich diese unter dem Altar und auf Kommando wird wieder angehoben. Mit Applaus begleitet schaukelt sich der Aufbau ein – und es geht weiter.

Semana Santa Córdoba
Die Trägerablöse wartet schon

Die Trägerablöse wartet schon

Semana Santa in Córdoba

¡Hasta luego!,

die Womophilen

 "Futterplatz"

Die „Großen Drei“ – SEVILLA, Cordoba und Granada

9. April 2016 von sissy | 2 Kommentare

Arcos de la Frontera

Am Palmsonntag, 20. März besichtigten wir auf unserem Weg nach Sevilla Arcos de la Frontera, ein weiteres „Weißes Dorf“,  in dem wir zum ersten Mal mit Semana Santa in Berührung gekommen waren.

Palmsonntag in Arcos de la Frontera

Palmsonntag in Arcos de la Frontera

Die Karwoche, „Heilige Woche“ (Semana Santa), wird in ganz Andalusien mit einer Begeisterung zelebriert, die uns völlig fremd gewesen ist. Zwischen Palmsonntag und Ostersonntag finden in vielen Orten und Städten Prozessionen statt, die man kaum beschreiben kann. Auf der einen Seite läuft das Geschehen für die direkt an der Prozession beteiligten Hauptakteure ganz ernst und tief religiös ab, auf der anderen Seite hat es für die am Straßenrand stehenden „Zuschauer“ fast fröhlichen Jahrmarktcharakter mit Getränken, Naschereien und lautstarken Unterhaltungen.

Im Mittelpunkt der Prozessionen stehen die wertvollen, kunstvoll geschmückten, sehr oft uralten Jesus- und Marienstatuen bzw. ganze Altäre, von denen der schwerste ganze 5 t wiegt. Diese werden aus den Dörfern oder Vierteln der jeweiligen Bruderschaften in die Kathedrale getragen, wobei beim Durchqueren der engen Gassen Millimeter- und perfekte Teamarbeit angesagt sind, tragen doch acht, zehn oder mehr junge Männer die schweren Podeste auf ihren Schultern. Die Büßer, die in ihren Kutten und den Spitzhauben á la Ku-Klux-Klan die Prozession begleiten, geben ein skurilles Bild ab. Die Musikkapellen mit ihren dumpfen Trommeln und vom Flamenco beeinflussten Klängen runden das Schauspiel ab. In Arcos de la Frontera bewirkte der plötzlich einsetzende Regen ein fluchtartiges Auseinanderstoben der Musiker. Die absterbende Musik erinnerte uns an alte Zeiten, wenn die Plattenspielernadel aus der Rille gesprungen war und quer über das Vinyl kratzte. Hallo, kann sich noch jemand an dieses Geräusch erinnern???

Semana Santa in Sevilla

Semana Santa in Sevilla kurz vor dem Einzug in die Kathedrale

In einigen Brüderschaften dürfen jetzt auch Frauen als Büßerinnen teilnehmen

In einigen Brüderschaften dürfen jetzt auch Frauen als Büßerinnen teilnehmen

In der ganzen Innenstadt gab es Absperrungen und riesige, mit Stühlen gefüllte Flächen. Wenn man eine Sitzmöglichkeit in der ersten Reihe möchte, muss man diese schon Monate zuvor buchen.  Der Höhepunkt der Heiligen Woche ist am Karfreitag, wenn ab Mitternacht alle 58 Cofradias (Bruderschaften) der Stadt unterwegs sind.

Vor dem Rathaus

Vor dem Rathaus

Die Kathedrale von Sevilla wurde auf einer ehemaligen Moschee errichtet, von der noch einige Reste erhalten sind, wie der wunderschöne Orangenhof und die Giralda, heute das Wahrzeichen der Stadt. Die Domherren von Sevilla beschlossen Anfang des 15. Jahrhunderts eine Kathedrale zu errichten, die von derartigen Ausmaßen sein sollte, „dass künftige Generationen uns für verrückt erklären werden“. Das ist wahrhaft gelungen, sie ist heute noch die drittgrößte Kirche der Christenheit und die größte gotische Kathedrale der Welt.

Sevilla Blick vom Torre del Oro

Der größte gotische Altar der Welt mit 44 Reliefs und über tausend Figuren, die das Leben Christi darstellen

Der größte gotische Altar der Welt mit 44 Reliefs und über tausend Figuren, die das Leben Christi darstellen

Wohin mit meinem Blick??

Wohin soll sich unser Blick wenden?

Sarkophag von Christoph Kolumbus

Sarkophag von Christoph Kolumbus

Reich geschmücktes Portal der Kathedrale

Reich geschmücktes Portal der Kathedrale

Kathedrale von Sevilla

Blcik auf die Kathedrale von Sevilla

Blick auf die Kathedrale

La Giralda, der heutige Glockenturm der Kathedrale wurde als Minarett erbaut. Im Inneren des Turms kann man über eine 2,5 m breite Rampe, damit zwei Pferde nebeneinander hinaufreiten konnten, bequem bis zur Plattform emporsteigen. Heute trampeln anstatt der Pferde zwei Besucherströme durch den Gewölbegang, einer hinauf, der andere hinunter. Der sagenhafte Blick über Sevilla lohnt den Aufstieg allemal. Den höchsten Punkt der Giralda bildet die Bronzefigur „La Giraldilla“, die sich trotz ihres Gewichtes von 28 Zentnern mit dem Wind um ihre eigene Achse dreht.

Blick auf Sevilla

Blick über Sevilla

Sevilla -Giralda der Kathedrale

Die Heimat des Don Juan, der Carmen und des berühmten Barbiers besuchten wir gleich zweimal, weil während der Karwoche die Kathedrale und der Turm nicht zugänglich gewesen waren.

Durch dieses Tor betritt man einen orientalischen Palast wie aus 1001 Nacht

Durch dieses Tor betritt man einen orientalischen Palast wie aus 1001 Nacht

Reales Alcázares heißt der mittelalterliche Königspalast von Sevilla und wird heute noch von der spanischen Königsfamilie als Residenz genutzt, wenn sie sich in der Stadt aufhält.

Patio de las Doncellas (Damenhof)

Patio de las Doncellas (Damenhof)

Patio de las Doncellas

Holzarbeiten maurischer Künstler

Holzarbeiten maurischer Künstler

Blick auf den Botschaftersaal

Blick auf den Botschaftersaal

Der Eindruck täuscht ein bisschen, darunter stehen Hunderte mit gezückten Kameras. Es ist für mich oft sehr amüsant zu beobachten, wie Rudi dank seiner Größe über alle hinweg fotografieren kann. Kostprobe gefällig?

Hilfe, so viele Leute!

Ich kann mich nicht satt sehen an diesen fein gemeißelten Kunstwerken

Ich kann mich nicht satt sehen an diesen fein gemeißelten Kunstwerken

Die Gärten der Reales Alcázares sind eine Art paradiesische Insel inmitten der Stadt. Wir genossen ein Cerveza im Café und wollten den magischen Ort fast nicht verlassen.

Garten in der Reales Alcázares

Ob ein Stierkampf zu einem Andalusienaufenthalt dazugehört oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für uns gilt: Einmal und nie wieder!

Real Maestranza Sevilla

Es ist ein grausames Schauspiel, das sich in den letzten 20 Minuten im Leben eines Kampfstieres abspielt und rechtfertigt in keiner Weise, dass er ja im Vergleich zu seinen Artgenossen, die schon nach 18 Monaten zum Verzehr geschlachtet werden, ein vier- bis fünfjähriges Leben auf saftigen, grünen Weiden genießen durfte.

Picadores

Picadores

Nachdem der Matador den Stier „kennengelernt“ hat, kommt der Picador auf einem gepanzerten Pferd und sticht mit einer Lanze in den Nackenmuskel des Stiers, um ihn zu schwächen.

Anschließend kommen drei Banderilleros, die dem Stier je zwei 65 cm lange, mit Widerhaken versehene Spieße in den Nackenmuskel setzen um ihn weiter zu schwächen und zu zwingen, den Kopf unten zu halten. Gleichzeitig will man damit seine Angriffslust reizen, was auch gelingt. Die Stiere versuchen in wildem Galopp und mit fahrigen Bewegungen die Spieße loszuwerden und schwächen sich dabei selbst.Stierkampf Sevilla

Den letzten Akt erledigt der Matador. Er ist ein erfahrener Stierkämpfer und sollte den Stier, nachdem er ihn mehrmals eng an seinem Körper mit dem roten Tuch vorbeigeführt hat um das Senken seines Kopfes zu veranlassen, mit einem Degenstich zwischen die Schulterblätter töten. Wir haben dieses grausame, blutrünstige Spektakel vorzeitig abgebrochen und vier der sechs Tötungen gesehen, kein einziger Stier war beim ersten Stich tot. Leider wird mir das Bild des immer stolzer herumgockelnden Matadors , das sich reziprok zum Gemütszustand des Stieres verhielt, für immer in Erinnerung bleiben.

Pferde schleifen den toten Stier würdelos aus der Arena

Pferde schleifen den toten Stier würdelos aus der Arena

Angewidert und ohne Verständnis für diesen Brauch verließen wir mit hängenden Köpfen die Arena. Wir sind uns nicht mehr sicher, ob wir auch in Zukunft Tapas „Rabo de Toro“ (geschmorter Stierschwanz) unvoreingenommen genießen können.

¡Hasta pronto!,

die Womophilen

Sevilla

 

Bienvenido a Andalucia

8. April 2016 von sissy | 5 Kommentare

Von Ceuta nach Algeciraz

Die Fahrt von Ceuta nach Algeciras war kurz und zügig. Wie gut doch das Verlassen der Fähre funktioniert, wenn ein Lotse die Autos aus dem Rumpf dirigiert!

Von Dienstag, 15. März bis Donnerstag, 17. März ließen wir am Campingplatz „Torre de la Pena“ bei Tarifa unsere Marokkoreise Revue passieren. Tarifa, der südlichste Punkt Europas, ist gerade einmal 14 km von Marokko entfernt – der Unterschied, hier oder dort geboren worden zu sein ist unvorstellbar und unsere Dankbarkeit für unseren Geburtsort grenzenlos.

Am Strand von Tarifa

Das Meer vor Tarifa ist die Nahtstelle zwischen dem friedlichen Mittelmeer und dem unberechenbaren Atlantik, ähnlich verhält es sich mit dem Wind. Hier ist das Paradies für Surf- und Kitegötter, die sich spektakulär über das Wasser jagen lassen. Schaut nach wahrem Genuss aus! Wir machten einen 12 km langen Strandspaziergang, sandgestrahltes Feeling inkludiert.

Am Strand von Tarifa

Nichts für Anfänger!

Topziel für Surfcracks

Topziel für Surf- und Kitecracks

Das kaum bebaute Hinterland bietet einen optimalen Rastplatz für Zugvögel auf dem Weg nach Afrika und ist deshalb unter Naturschutz gestellt. Der ständige Wind ist nichts für mich, bewirkte aber, dass hier 1993 das größte Windkraftwerk Europas in Betrieb genommen worden ist.

Windräder in Tarifa

Am Strand von Tarifa

Die Weißen Dörfer (Pueblos blancos) zählen zu den Highlights in Andalusien. Ein Großteil von ihnen liegt idyllisch eingebettet in Berglandschaften. Auch an trüben und bewölkten Tagen leuchten sie schon aus der Ferne. Die Dörfer sind maurisch beeinflusst mit ihren engen, krummen Gassen, die häufig von Bögen überspannt werden. Die Fenster in den weiß gekalkten Fassaden werden oft mit schwarzen Eisengittern gesichert.

Am Freitag, 18. März machten wir uns auf den Weg nach Cádiz und statteten vorher Vejer de la Frontera (Pueblo blanco) einen Besuch ab. Das Dorf  liegt auf einem Hochplateau, 9 km von der Küste entfernt.

Vejer de la Frontera

Castillo - Vejer de la Frontera

Castillo – Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Unser Tagesziel erreichten wir mit der Anfkunft am Campingplatz „Las Dunas“, direkt am herrlichen Sandstrand der quirligen Stadt El Puerto de Santa María. Die Stadt war Ausgangspunkt der zweiten und vierten Expedition von Christoph Kolumbus und anschließend wichtiger Hafen für den Handel mit den neuen Kolonien.

Strandleben vor dem Campingplatz

Strandleben vor dem Campingplatz

El Puerto de Santa María

El Puerto de Santa María

El Puerto de Santa María

El Puerto de Santa María

Wir näherten uns Cádiz, das auf einem aus dem Meer ragenden Muschelkalkfelsen am Ende einer 9 km langen Meerzunge liegt, über den Wasserweg. Cádiz ist die älteste Stadt Europas. Uns hat sie zu einem entspannten Bummel durch die Altstadt, das Marktgelände (Köstlichkeiten en masse!) und einem Rundgang im Park Genovés  eingeladen.

Über das Meer nach Cádiz

Cádiz

Cádiz

Verglaste Balkone zum Schutz vor den Winterstürmen

Verglaste Balkone zum Schutz vor den Winterstürmen

Vorbereitungen für Semana Santa

Vorbereitungen für Semana Santa

Der Jámon serrano wird traditionell mit der Hand geschnitten

Der Jámon serrano wird traditionell mit der Hand geschnitten

Tunfisch - die besten Stücke grillten wir am Abend- sooo lecker!

Tunfisch – die besten Stücke grillten wir am Abend- sooo lecker!

Moräne - Begegnung im Wasser aus optischen Gründen unerwünscht

Moräne – Begegnung im Wasser aus optischen Gründen unerwünscht

frischer Wildspargel

frischer Wildspargel

Markt in Cádiz

Park Genovés

Park Genovés

Hasta luego,

die Womophilen

Vejer de la Frontera